Samstag, den 16.05.15 15:16

aus der Kategorie: Mobilfunk

vzbv: Roaming-Gebühren sind der EU überflüssig

telekom-lte-roaming-europaDie für Dezember 2015 angekündigte Abschaffung der Roaminggebühren ist vorerst auf Eis gelegt und wird frühestens 2018 neu verhandelt. Bis dahin soll ein neues Pauschalmodell zum Einsatz kommen, welches für alle EU-Bürger ein begrenztes Kontingent vorsieht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert die Kehrtwende und erklärt Roaminggebühren innerhalb der Union für überflüssig.

Roaminggebühren werden nicht abgeschafft

Die vor wenigen Wochen bekannt gewordene Kehrtwende der Europäischen Union und das nun beginnende Ringen um eine Zwischenlösung bei den Roaminggebühren rufen den Verbraucherzentrale Bundesverband auf den Plan. Ursprünglich hatte die zuständige EU-Kommission geplant, die Gebühren für die grenzüberschreitende Kommunikation bis Ende des Jahres abzuschaffen, konnte sich jedoch nicht mit allen Parteien auf ein einheitliches Vorgehen einigen.

Die Folge: Eine Abkehr von den Roaminggebühren wird es vorerst nicht geben, die Pläne werden frühestens 2018 erneut verhandelt. Bis dahin soll es jedoch eine erneute Anpassung geben. Das Modell sieht jüngsten Meldungen zufolge ein Jahreskontingent für jeden EU-Bürger vor, mit dem er eine gewisse Zeit zu Inlandskonditionen im und aus dem Ausland kommunizieren kann.

Pro Jahr sollen im “Roam like home”-Tarif 50 Freiminuten, 50 SMS und 100 MB inkludiert sein, die im Ausland zum Inlandstarif abgerechnet werden. Wer hierzulande eine Flatrate nutzt, kann das Kontingent auch im Ausland ohne Aufpreis nutzen. Andere zahlen lediglich die in Deutschland gültigen Gebühren. Eine Berechnung nach dem EU-Tarif findet erst nach Verbrauch des Kontingents statt.

vzbv kritisiert Kehrtwende der EU

„Die Abschaffung der Roaming-Gebühren war von der EU versprochen“, ärgert sich vzbv-Vorstand Klaus Müller. „Eine Kehrtwende darf es nicht geben. Europäische Politik muss verlässlich sein und innerhalb der EU darf es keine Diskriminierung der Verbraucher jenseits der Ländergrenzen geben. Kommunikation ist nicht nur ein Urlaubsspaß, sondern innerhalb Europas für viele Menschen notwendiger Alltag. Wer einen europäischen Binnenmarkt will und ein Freihandelsabkommen verhandelt, darf bei den Telefongebühren nicht an den Landesgrenzen auf die Bremse treten.“

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Der Verband kritisiert nicht nur die Abkehr von den ursprünglichen Plänen, sondern auch die Roaminggebühren an sich. „Roaming-Gebühren sind überflüssig. Die Preise für die Endkunden müssen sich stärker an den realen Kosten der Unternehmen orientieren. Derzeit verdienen Unternehmen gutes Geld mit den Roaming-Gebühren. Ungereimtheiten von Preisstrukturen, die sich an Ländergrenzen orientieren, gehören ebenso abgeschafft: Es ist nicht nachvollziehbar, warum ein Gespräch von Deutschland ins Ausland teurer sein soll als ein Telefonat in die umgekehrte Richtung.“

Noch besteht in den Augen des Vorstandsmitglieds eine zu große Diskrepanz zwischen dem Wunsch, einen einheitlichen europäischen Binnenmarkt zu schaffen, und den Restriktionen, die sich durch Nationalstaatsgrenzen ergeben. „Solange die EU weiter an Roaming-Gebühren festhält, müssen Verbraucher besonders aufmerksam auf günstige Tarife und die richtigen Einstellungen am Handy achten. Sonst droht weiterhin am Monatsende beim Blick auf die Rechnung das böse Erwachen.“


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