Mittwoch, den 03.06.15 16:51

aus der Kategorie: DSL & Internet

Verbraucherschützer warnen vor perfekten Phishing-Mails

© Creativa - Fotolia.comDie Zeiten, in denen Phishing-Attacken per Email leicht an kuriosen Satzbauten, verwirrender Grammatik oder offensichtlichen Rechtschreibfehlern erkennbar waren, scheinen vorbei. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor immer ausgefeilteren Methoden, mit denen Betrüger versuchen, an die Daten ihrer Opfer zu gelangen. Aufschluss über den tatsächlichen Charakter der Email geben häufig nur noch Kommafehler oder andere Kleinigkeiten, meist nicht einmal mehr die.

Phishing-Emails werden immer besser

In der Vergangenheit fielen Phishing-Emails und betrügerische Anfragen häufig durch ihre fehlerhafte Rechtschreibung, kuriose Wortkreationen oder verwirrende Grammatik auf. Wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mitteilt, waren Redewendungen wie „verry wichtig“, der Wunsch, man möge ein „sichergestelltes Seefahrerfenster zu öffnen“ oder die Anmerkung, „Sie haben ein Konto-Problem. Klotz darin und befestigt sie!“ keine Seltenheit und verrieten Phishing-Emails recht schnell.

Das mangelnde Rechtschreibung, schlecht übersetzte Texte und fehlerhaft übernommene Satzbausteine wenig zum Erfolg beitragen, scheint auch bei den Betrügern angekommen zu sein. Mittlerweile gehören sprachliche Entgleisungen offenbar der Vergangenheit an und auch Phishing-Emails werden in korrektem Deutsch verschickt.

Optisch entsprechen die Emails immer häufiger genau dem Layout des genutzten real existierenden Unternehmens. Als Beispiel nennt die Verbraucherzentrale eine Email, die im Namen der Deutschen Bank verschickt wurde und unvorsichtige Empfänger zur Eingabe ihrer Bankverbindung aufforderte.

Vorsicht vor perfekten Betrugsemails

Die „E-Mail setzt in einwandfreiem Deutsch „eine Frist von 48 Stunden“, innerhalb der Kunden ihre Daten in einem angeblichen „Online-Portal aktualisieren“ müssten, um einer Kontosperrung sowie Vertragsstrafe von 70 Euro zu entgehen.“ Auffallend seien lediglich Fehler in der Kommasetzung, erklären die Verbraucherschützer. Demnach sei jeder zweite Satz mit fehlerhaften Kommas gespickt, deren Erkennen setze jedoch tiefere Kenntnisse der zugrunde liegenden Rechtschreibregeln voraus.

Das Muster der grammatikalisch und optisch nahezu perfekten Phishing-Mails konnten die Verbraucherschützer bisher in rund 200.000 Emails feststellen und raten dazu, in Zukunft besonders aufmerksam zu sein. Mit drei einfachen Grundregeln und gesundem Menschenverstand ließe sich die Gefahr dennoch bannen, heißt es.

gmail Überwachung

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Wer eine unerwartete Email erhält, sollte nicht auf den meist enthaltenen Link klicken, keine Dateianhänge öffnen und nicht auf die Email antworten. Sollten Unklarheit über den Absender bestehen, kann dieser auf Wunsch kontaktiert werden. Allerdings sollten dafür nicht die Kontaktdaten der Email, sondern die Informationen der offiziellen Homepage verwendet werden. Die Mitarbeiter der Unternehmen können Auskunft darüber geben, ob die Email echt ist oder nur dem Abfischen von Daten dient. Wird zudem darauf geachtet, das Betriebssystem, den Browser und das Virenschutzprogramm aktuell zu halten, können betrügerische Absichten vereitelt werden, erklären die Verbraucherschützer.

Auf keinen Fall sollten persönliche Daten zu Kontrollzwecken ein- oder weitergegeben werden. Seriöse Unternehmen fordern einen solchen Beweis nicht ein und richten entsprechende Anfragen nicht per Email an ihre Kunden. Werden dennoch unautorisierte Kontobewegungen festgestellt, sollte der Kontakt zum Kreditinstitut gesucht werden. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bietet unter der Email-Adresse phishing@vz-nrw.de den Kontakt zum Phishing-Radar an, über den betrügerische Anbieter gemeldet werden können.

Bildquelle: © Creativa – Fotolia.com


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