x

Blau Allnet-Flat 9,99€

Sonntag, den 14.06.15 16:52

aus der Kategorie: Mobilfunk, TopNews

Internet-Drossel auf 64 kbit/s und weniger nicht mehr zeitgemäß

DSL Drossel TrafficSchon seit Beginn des Smartphone-Zeitalters werden Kunden bei Verbrauch des Datenvolumens stark gedrosselt. Obwohl die Mobilfunktechnik immer neue Highspeed-Rekorde bricht und sich rasch weiterentwickelt, werden Mobilfunkkunden immer stärker ausgebremst. Eine Nutzung des mobilen Internets ist beim Smartphone mit Einsetzen der Drosselung praktisch nicht mehr möglich.

Datenbremse auf 64 Kbit/s und weniger

Nachdem zu Beginn des Smartphone-Booms die meisten Mobilfunktarife mit einer Datendrosselung von 64 oder 56 Kbit/s versehen waren, drosseln o2 und Vodafone ihre meisten Mobilfunkkunden bereits auf 32 Kbit/s. Der Provider Drillisch geht seit April sogar einen Schritt weiter und hat seine Tarife mit einer Datendrossel von 16 Kbit/s versehen.

Die Hintergründe der starken Drosselung sind klar. Längst haben die Umsätze für mobile Daten, die Umsatzzahlen von Telefonie und SMS überholt und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Stärker denn je versuchen die Mobilfunker mit der Datennutzung Geld zu verdienen und ihren Kunden weitere Daten-Upgrades zu verkaufen.

Geräte nach Drosselung kaum mehr nutzbar

Doch ist dazu eine Drosselung auf 64 Kbit/s und weniger überhaupt notwendig? Auch wenn ein Smartphone mit Datendrossel kaum mehr nutzbar ist, so gibt es dennoch große Unterschiede zwischen einer Drosselung zwischen 16 kbit/s und 56 kbit/s. Eine mobile Webseite mit 300 KB lässt sich mit dem Schneckentempo von 16 kbit/s erst in 2 Minuten und 30 Sekunden vollständig laden, während bei einer Geschwindigkeit von 64 Kbit/s, die Seite in 38 Sekunden geladen ist. Mit einer Übertragungsrate von 1 Mbit/s wäre der Ladevorgang bereits nach 2 Sekunden abgeschlossen.

Da viele Apps im Hintergrund des Smartphones auch nach einer Drosselung weiterhin versuchen, auf das mobile Internet zugreifen, sind die Geräte nach einer Drosselung praktisch nicht mehr nutzbar. Einzig Messenger wie WhatsApp versenden auch bei einer Drosselung von 64 kbit/s und weniger – mit etwas Verzögerung – noch Nachrichten. Der Versand von Bildern ist über Messenger dagegen nur noch theoretisch möglich.

Drossel nicht zeitgemäß – 128 Kbit/s bei AT&T

Dass es auch anders geht, zeigt der amerikanische Mobilfunkanbieter AT&T. Statt die Geschwindigkeit in den Mobilfunktarifen zu reduzieren, hat sich der US-Netzbetreiber entschlossen, seine Tarife (einschließlich Prepaid) nur auf 128 Kbit/s zu drosseln. Der Upload unterliegt zudem keiner Drossel. Mit einer Bandbreite von 128 Kbit/s ist zwar nach wie vor kein Videostreaming möglich, die Nutzung von anderen Diensten ist aber kaum eingeschränkt.

Auch deutsche Mobilfunkanbieter könnten sich an AT&T ein Beispiel nehmen und sich mit einer angehobenen Drossel besser von anderen Mobilfunkangeboten differenzieren. Denn auch mit einer Drosselung auf 128 Kbit/s können Nutzer nur eingeschränkt Webinhalte nutzen und müssen für die Nutzung von Streaming nach wie vor auf ihr Datenvolumen achten. Zudem bleibt schnelles Highspeed-Surfen mit LTE alternativlos.

Nach wie vor verwenden deutsche Mobilfunkanbieter den “Begriff” Internet-Flatrate zur Bewerbung ihrer Angebote. Für den DSL-Ersatz mit Mobilfunktechnik LTE gilt die Bewerbung “Internet-Flat” bereits seit längerer Zeit als irreführend. Selbst eine Drosselung auf 384 Kbit/s ist laut Verbraucherzentrale irreführend, weshalb die Anbieter seither auf das Wording “Internet-Flat” verzichten. Da Mobilfunk und Festnetz immer mehr miteinander verschmelzen, könnte diese Irreführung auch irgendwann für Mobilfunkprodukte gelten.


Werde jetzt Mobilfunk-Talk Online-Redakteur

Jetzt kommentieren (7)

Zur Diskussion im Forum:

Tipp: Nur für kurze Zeit - Callya Freikarte oder o2 Freikarte oder BASE SIM-Karte oder Telekom Freikarte kostenlos bestellen!

7 Kommentare zu Internet-Drossel auf 64 kbit/s und weniger nicht mehr zeitgemäß

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Profilbilder bei Gravatar
  1. Felix schrieb am 01.02.2017 um 04:04

    Ich wäre froh 64kbit zu haben bei mir ist es durchschnittlich so 7 oder 9 kbits so das ich nachdem gedrosselt wurde nur noch whatsapp nutzen kann

  2. Andreas Schmandt schrieb am 20.06.2015 um 21:44

    Welche Möglichkeiten gibt es, auf die Provider einzuwirken, damit sie wenigstens endlich auf 128 kbit drosseln? Auch damit kann man nur langsam surfen und youtube ist nicht möglich…

  3. das es auch ohne Drossel geht zeigen uns unsere Nachbarn aus Österreich !!!

    Die haben gar keine Drossel und ein schnelleres Netz als wir in der BRD !!!

    https://www.drei.at/portal/de/privat/tarife/internet/hui/

    Da sollte sich unsere Obrigkeit mal Gedanken machen !!!

  4. Kay schrieb am 19.06.2015 um 20:53

    Nur gut, dass mein Mitarbeitervertrag ohne Begrenzung ist. Mal nen halber Terabyte im Monat können schon drin sein

  5. Hallo, mich würde mal interessieren bei welchen “Marken” Drillisch soweit runter drosselt (16 kBit/s)? Die pauschale Aussage “Drillisch” drosselt seine Tarife soweit runter, kann so nicht bestätigt werden, da beispielsweise die LTE Tarife von SIM.de (Drillisch Marke) eine Drosselung auf 64 kBit/s) erfährt und nicht auf 16 kBit/s). Vielleicht splittet ihr das Drillisch Thema nach Marken nochmal etwas genauer auf…..wäre hilfreich! Gruss Markus

    • Carmen Hornbogen schrieb am 18.06.2015 um 09:51

      Betroffen von der angesprochenen Drosselung sind die Drillisch-Marken, die bereits das neue LTE-Portfolio mit Datenautomatik anbieten, derzeit McSim, DeutschlandSIM, helloMobil und smartmobil. Bei Sim.de hat das neue LTE-Portfolio mit Datenautomatik noch nicht Einzug gehalten; Drillisch führt dieses seit Ende April nach und nach bei einigen seiner Marken ein (zuletzt bei helloMobil am 9.6.15). Es ist nicht auszuschließen, dass auch Sim.de in einiger Zeit umgestellt wird und dann ebenfalls an der Drosselung auf 16 Kbit/s teilnimmt.

  6. Patrik schrieb am 17.06.2015 um 22:15

    “Auch deutsche Mobilfunkanbieter könnten sich an AT&T ein Beispiel nehmen”

    Werden sie aber nicht. Abzocken ist einfacher.

Startseite | Datenschutz | Impressum