Freitag, den 10.07.15 16:15

aus der Kategorie: Mobilfunk

WhatsApp-Urteil: Bildversand verletzt Recht am eigene Bild

Urteil Gericht © Gina Sanders - Fotolia.comDie zunehmende Verbreitung von WhatsApp, Facebook und Twitter macht das Teilen von Inhalten, Bildern und Dateien so einfach wie möglich, ohne dabei jedoch mögliche Bildrechte oder andere Restriktionen zu beachten. Wie das Landgericht Frankfurt urteilte, kann das Weiterleiten eines Bildes über den Messenger WhatsApp schnell das persönliche Recht am eigenem Bild verletzen.

WhatsApp verletzt Recht am eigenem Bild

Im zugrundeliegenden Fall wurde eine Schülerin während des Unterrichts von einer hinter dem Mädchen sitzenden Mitschülerin fotografiert. Aufgrund der Perspektive entstand auf dem Foto der Eindruck, das Mädchen habe den Schulunterricht besonders leicht bekleidet besucht und eine sehr offenherzige Garderobe getragen.

Im Anschluss versandte die Mitschülerin das Bild via WhatsApp an einen großen Personenkreis, zudem wurde das Bild im Internet uneingeschränkt zugänglich gemacht und auf verschiedenen Webseiten hochgeladen, die sich mit „verunglückten“ Fotos und anderen vermeintlich lustigen Inhalten befassen.

Das Mädchen sah sich in Folge dessen nicht nur dem Spott ihrer Mitschüler ausgesetzt, sondern musste auch die Häme zahlreicher ihr unbekannter Internet-User und Personen ertragen. Aufgrund der bereits erfolgten Weiterverbreitung war eine Löschung nicht mehr möglich und der Schaden angerichtet. Das Mädchen versuchte, sich mit der Mitschülerin und deren Eltern außergerichtlich zu einigen und strebte eine Unterlassungserklärung an, die die Familie jedoch nicht bereit war, zu unterschreiben.

Bildversand per Messenger kann gegen geltendes Recht verstoßen

Das daraufhin hinzugezogene Landgericht Frankfurt stimmte der Klage zu und verurteilte die Mitschülerin unter dem Aktenzeichen 2-3 O 452/14 zur Abgabe einer Unterlassungserklärung. Das Gericht sah den Schritt als berechtigt an, da das Bild ohne Wissen und Einwilligung der Klägerin entstanden und verbreitet worden war.

Obwohl die Beklagte minderjährig war, erkannte das Gericht ihre Schuldfähigkeit an und erklärte, sie sei reif genug gewesen, um die Tragweite ihrer Handlung zu erkennen. Sie hatte zwar nicht das Gesicht des Mädchens abgelichtet, jedoch zahlreiche Einrichtungsgegenstände des Klassenraums und weitere Mitschüler, so dass eine Identifizierung problemlos möglich wurde.

Whatsapp Messenger

Durch die Aufnahme ohne Einwilligung wurden die Persönlichkeitsrechte des Mädchen und ihre Recht am eigenem Bild verletzt, heißt es in der Urteilsbegründung. Darunter fallen ebenfalls die Weiterleitung per WhatsApp an Dritte sowie die Zuschaustellung auf einschlägigen Spott-Webseiten.

Unterlassungserklärung nach Hamburger Brauch

Die Beklagte musste im Verlauf der Verhandlung eine Unterlassungserklärung nach Hamburger Brauch abgeben, die ihr eine Geldstrafe auferlegt, sollte sie gegen die Auflagen verstoßen. Diese sehen vor, keine „Bildnisse der Klägerin heimlich anzufertigen und/oder die das Bildnis der Klägerin enthaltenden Aufnahmen zu verbreiten und/oder verbreiten zu lassen, und/oder das Bildnis der Klägerin öffentlich zur Schau zu stellen und/oder zur Schau stellen zu lassen“.

Bildquelle:  © Gina Sanders – Fotolia.com


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