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Dienstag, den 08.09.15 14:26

aus der Kategorie: Aldi-Talk, TopNews

Aldi Talk: Automatische Aufladung führt in Kostenfalle [Update]

ALDI-TALK-LOGODer von Aldi Talk angebotene Service der automatischen Aufladung kann schnell in eine Kostenfalle führen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor den zum Teil automatisch gesetzten Häkchen, die bei unvorsichtigen Nutzern zu Kontobelastungen von mehr als 100 Euro führen können. Die Hauptursache ist das von Aldi Talk genutzte Abo-System, welches gebuchte Pakete und Optionen automatisch beendet, sobald das Guthaben für eine Verlängerung nicht ausreicht.

Aldi Talks automatische Aufladung

Das von Aldi Talk genutzte System der automatischen Guthabenaufladung ruft die Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf den Plan. Offenbar mehren sich die Beschwerden über hohe Abbuchungen, die durch die automatische Aufladung und nicht verlängerte Optionen und Pakete entstehen.

Obwohl der zu Telefónica gehörende Discounter bei preisbewussten Kunden beliebt ist, immer wieder Bestnoten erhält und vor kurzem als “fairster Mobilfunkanbieter 2015” ausgezeichnet wurde, scheint es der Anbieter mit der Kundenorientierung nicht immer allzu genau zu nehmen. Die Verbraucherschützer kritisieren vor allem das System der automatischen Aufladung, welches bei Aldi Talk zum Einsatz kommt und für zufriedene Kunden sorgen soll.

In Wahrheit entpuppt sich die automatische Aufladung jedoch als Kostenfalle, die zu zum Teil horrenden Kosten führen kann. Besonders die untere Aufladegrenze, die automatisch Guthaben nachordert, sobald der Wert unter 5 Euro fällt, scheint kritisch. Vor allem dann, wenn diese mit der beliebten Option “Paket 300” kombiniert wird.

Automatische Aufladung und Paket 300

Dieses kostet günstige 7,99 Euro im Monat und bietet 300 Freieinheiten für Gesprächsminuten und SMS und ein Datenvolumen von 300 MB. Reicht das Guthaben aus, findet regelmäßig eine Verlängerung statt. Ist zu wenig Guthaben vorhanden, beendet Aldi Talk die Option vollständig. Der Kunde fällt in diesem Fall auf die standardisierte Abrechnung zurück, bei der jede Minute und SMS zu Aldi Talk 3 Cent, in andere Netze 11 Cent und jedes Megabyte 24 Cent kostet.

“Befindet sich das Prepaid-Guthaben zwischen fünf und 7,98 Euro, kann der Paketpreis nicht abgebucht werden. Es erfolgt auch keine automatische Aufladung, weil das Guthaben nicht unter fünf Euro gesunken ist. Die Flatrate kann somit nicht mehr gebucht werden”, erklären die Verbraucherschützer. “Wer denkt, dass er in diesem Fall weiterhin Flatrate-Kunde bleiben wird, irrt gewaltig. Denn Aldi beendet nach Ablauf des Monats einfach die 300-Flatrate.”

Im Anschluss wird jede Minute, jede SMS und jedes Megabyte separat berechnet. Fällt das Guthaben unter 5 Euro, wird automatisch nachgebucht. Eine Obergrenze gibt es dabei nicht, die automatische Aufladung findet immer wieder statt und erhöht die Kosten stetig. Wie die Verbraucherzentrale erklärt, haben Betroffene so zum Teil mehr als 100 Euro “verbrannt”.

Aldi Talk sieht Hinweispflichten erfüllt

Mit dem Problem konfrontiert, zeigte sich Aldi Talk unbeeindruckt, erklären die Verbraucherschützer: “Hinweise auf diese Geldvernichtung finden sich durchaus: in den “Besonderen Geschäftsbedingungen” für die mobile Prepaid Karte. Zudem steht neben dem Aufladungsbetrag ein kleines Fragezeichen, das Tipps zur Einstellung gibt. “Pflicht erfüllt”, meinen deshalb die Verantwortlichen von Aldi Talk lapidar.”

Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

 

Wer der Kostenfalle entgehen möchte, sollte deshalb genau prüfen, welche Erlaubnis er Aldi Talk erteilt und ob eine automatische Aufladung sinnvoll erscheint. Ist dies der Fall, sollte die Aufladegrenze erhöht und bei beispielsweise 8 Euro gesetzt werden. “Damit wäre gewährleistet, dass der Obolus für die Flat stets verfügbar ist”, heißt es.

Die Problematik tritt den Angaben zufolge nicht nur bei Kunden mit dem “Paket 300” auf, sondern wird optionsübergreifend beobachtet: “Deshalb lautet der Rat der Verbraucherzentrale NRW: E-Mails oder SMS, die eine unerwartet frühe Aufladung bestätigen, stets als Alarmzeichen werten!” Eine Einsicht in die aktuellen Vorgänge ist jederzeit über die Aldi-Talk-App oder die Servicehotline 1155 möglich und sollte wahrgenommen werden, um horrende Kosten zu vermeiden.

Update: Aldi Talk reagiert auf Kritik

Wie uns ein Pressesprecher von E-Plus mitteilt, kam die Kritik der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen für das Unternehmen überraschend. Die angesprochene Kostenfalle könne bei Aldi Talk nicht nachvollzogen werden, im Gegenteil, der Discounter versuche, seine Kunden vor unbemerkt anlaufenden Kosten zu schützen:

Im Rahmen des von der VZ beschriebenen automatischen Aufladeverfahrens bei ALDI TALK wählt der Kunde den für ihn optimalen Schwellwert aus. Wir bieten dem Kunden Schwellwerte von 5, 10, 15 und 20 Euro an, die er bei der automatischen Aufladung festlegen und fortwährend ändern kann. Sofern das Guthaben des Kunden den festgelegten Schwellwert unterschreitet, wird automatisch Guthaben nachgeladen. Hierbei bieten wir dem Kunden zusätzlich einen Kostenschutz an: Der Kunde kann festlegen, dass pro Monat maximal 50 Euro über diesen Weg aufgeladen werden.

Statt einer Kostenfalle ist also vielmehr ein Kostenschutz implementiert, den die VZ in Ihrer Berichterstattung bedauerlicherweise nicht erwähnt. Weiterhin verzichtet die VZ leider darauf, standardmäßige Kundeninformationen per SMS zu jedem einzelnen Schritt des Auflade-und Buchungsvorgangs zu nennen. Des Weiteren werden nicht  die Möglichkeiten der zur Verfügung stehenden Self Service Tools (ALDI TALK App; meinalditalk.de) genannt, durch die er unter anderem seinen Guthabenstand, seinen Verbrauch sowie den Status von Optionen kontrollieren kann.

Für das von der VZ erwähnte Paket 300 empfehlen wir dem Kunden einen Schwellwert von 10 Euro. Sollte der Kunde dennoch als Schwellwert 5 Euro gewählt haben, und die SMS Kommunikation zum Auslaufen seiner Option nicht berücksichtigen, so gehen wir davon aus, dass der Kunde die Option bewusst nicht verlängern möchte.

Wie der Pressesprecher bestätigt, nehme man “das Feedback unserer Kunden und in diesem Fall der VZ natürlich gerne an, um ALDI TALK in Bezug auf Verbraucherfreundlichkeit kontinuierlich zu optimieren.”


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7 Kommentare zu Aldi Talk: Automatische Aufladung führt in Kostenfalle [Update]

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  1. Uwe Müller schrieb am 24.05.2018 um 14:57

    Ich habe bei AldiTalk auf meine Prepaipkarte eine größeren Betrag aufgeldaen, ohne ihn sann auch zu nutzen. Jetzt bekam ich die info, dass fast 30 Euro verfallen sind. Das ist für mich eine einzige große Schweinerei und ein Betrug. ich darf auch anderen kein Geld klauen. Aldi darf das aber – oder ??? Uwe

    • Carmen Hornbogen schrieb am 24.05.2018 um 16:20

      Hallo Herr Müller,

      ich nehme an, dass lediglich die Prepaidkarte deaktiviert wurde?

      Wurde die Karte nicht binnen eines bestimmten Zeitfensters mit neuem Guthaben aufgeladen, wird diese deaktiviert. Diesem Vorgang geht in der Regel jedoch eine SMS voraus, die über die nahende Abschaltung informiert. Bei Aldi Talk beträgt dieses Zeitfenster in der Regel 24 Monate.

      Das Guthaben selbst verfällt dabei jedoch nicht so schnell und kann auf Antrag ausgezahlt werden. Sie sollten sich daher an Aldi Talk wenden und um Auszahlung bitten.
      Soweit mir bekannt, haben Kunden dafür noch einmal mindestens 3 Jahre Zeit.

      Mit besten Grüßen,

      Carmen Hornbogen

  2. Stephan schrieb am 10.09.2015 um 17:49

    Eine wirkliche “Falle” kann ich da nicht erkennen. Zum Einen ist der max. Aufladebetrag pro Monat schon längere Zeit auf 50€ begrenzbar. Zum Anderen erhält man bei jeder Aufladung eine SMS und Mail über die Aufladung mit Betrag. Eine Falle ist etwas anders….

  3. martin schrieb am 10.09.2015 um 10:47

    Kostenfalle kann nur entstehen, wenn man mindestens 1-2 Warn SMS ignoriert.
    Wer das macht, dem ist auch nicht zu helfen, brauchen sich auch nicht zu beschweren.

    Diese Sache kommt bestimmt von den ganzen Neid Firmen, weil halt Aldi Preis Leistung auf dem Markt immer noch der günstigste ist!
    Alle anderen bieten vielleicht gleichwertig in der Leistung, aber nicht im Preis. Da sieht es ehere mindestens nach dem doppelten und aufwärts aus!

  4. Kalmit schrieb am 09.09.2015 um 20:49

    Meine Tochter hatte dasselbe Problem mit dem Tarif FONIC SMART S im Netz von O2. Statt dieses PREPAID-Konto einfach wegen angeblicher Nicht-Deckung zu sperren, schaltete FONIC im Oktober 2014 ohne verständliche Mitteilung auf den viel teureren Standard-Tarif FONIC CLASSIC um und sandte unverständliche SMS-Benachrichtigungen. Bis die Situation verstanden wurde, fielen ca. 80 Euro strittige Zusatzkosten in 3 Wochen an. Den entsprechenden Lastschriften haben wir widersprochen, sodass der strittige Betrag zurückgebucht wurde.
    Die Argumente wurden in 2 Briefen kontrovers und vergeblich ausgetauscht.
    Das Inkassoverfahren über einen mittlerweile viel höheren Betrag läuft noch, scheint jedoch am Abebben zu sein.

  5. Alditalker schrieb am 08.09.2015 um 20:46

    Ich bin seit 2006 ein aldi talker und im Internet wird bewusst eine Schmutzkampagne gegen Medion Mobile geführt.Ich bedauere es sehr als aldi talker das zu erleben.Alles kommt von Vodafone, denn denen geht es sehr schlecht im Moment.

  6. Ich sehe hier keine Falle, ich werde immer vorher per SMS Informiert das ich nicht mehr genug Guthaben habe um das Paket neu Buchen zu lassen. Dazu kommt das wenn man die Automatische Aufladung einrichtet, man A. einen Hinweis bekommt das die untere grenze mindestens 1 Eur höher sein muss und B. sich dort kleine Fragezeichen befinden in denen wenn man mit der Maus drauf geht eine Erklärung zu finden ist.

    Ich sehe hier keine Kostenfalle, und auch keinen Grund für diesen Schlecht gemachten Bericht. Nur so am Rande, die Hotline Nummer ist 1155 und nicht 155.

    P.S. Kauft euch eine Aldi Karte, setzt euch damit aus einander. Dann seht ihr es selber. !

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