Freitag, den 06.11.15 11:37

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Bundesregierung schafft Routerzwang ab

1und1_RouterAbschaffung des Routerzwangs – Der im August vorgelegte Gesetzesentwurf zur Abschaffung des Routerzwangs ist beschlossene Sache. In wenigen Monaten wird die Regelung Teil des Telekommunikationsgesetzes und untersagt es Internetanbietern und Providern, die Verwendung eines Gerätes verbindlich festzuschreiben.

Abschaffung des Routerzwangs

Bereits im August legte die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf zur Abschaffung des Routerzwangs vor, der nun bestätigt wurde und in kürze Einzug in das Telekommunikationsgesetz hält. Bislang waren Internetkunden häufig an spezielle Router gebunden, die ihnen von den Anbietern zur Verfügung gestellt wurden. Dank des neuen Gesetzes darf der Router nicht mehr verpflichtend festgelegt und kann auf Wunsch vom Kunden frei gewählt werden.

In der Vergangenheit standen Nutzer eines Internetanschlusses häufig vor dem Problem, einen vom Anbieter bereitgestellten Router nutzen zu müssen. Sollte ein anderes Modell zum Einsatz kommen, verweigerte der Betreiber den Support oder stellte die notwendigen Zugangsdaten, mit denen der Router versehen werden muss, nicht zur Verfügung.

Möglich machte das dies die Definition, dass der Router als sogenannter Netzabschlusspunkt zum Netz des Anbieters gehörte und aus diesem Grund verpflichtend festgeschrieben werden konnte. Wer wollte, konnte seinen Wunschrouter zwar an den Zwangsrouter koppeln, kam in der Regel jedoch nicht um die Verwendung des Anbieter-Geräts herum.

Bundesregierung schafft Routerzwang ab

Die bereitgestellten Router schränkten die Kunden häufig ein, etwa, in dem sie nicht den gewünschten Funktionsumfang boten, oder indem der Anbieter einzelne Aspekte sperrte oder nur gegen Aufpreis freischaltete. Bei Vodafone Kabel Deutschland ist es beispielsweise nach wie vor üblich, die WLAN-Funktion des Geräts netzseitig zu sperren und erst gegen Zahlung eines zusätzlichen Entgeltes freizugeben. Auch die Sicherheit der Zwangsrouter ließ häufig zu wünschen übrig, Sicherheitslücken wurden nicht oder erst spät behoben und gaben Angreifern die Möglichkeit, ins System der Kunden einzudringen.

Das neue Gesetz zur Abschaffung des Routerzwangs definiert nicht mehr den Router als Netzabschlusspunkt, sondern die TAE- oder Kabel-Dose an der Wand. Dadurch ist der Router nicht mehr Teil des Netzes und kann vom Kunden frei gewählt werden. Zwar dürfen Anbieter auch weiterhin ihre Geräte zur Verfügung stellen und sie Interessenten anbieten, eine Pflicht zur Verwendung darf es jedoch nicht mehr geben.

D-Link Router CES 2015

Gegenwind erhält das neue Gesetz aus dem Bundesrat, da mehrere Kabelnetzbetreiber Einwände gegen die neue Regelung haben und nicht mit ihr einverstanden sind. Die Kritiken haben jedoch allenfalls eine aufschiebende Wirkung und könnten das Inkrafttreten des Gesetzes in sechs Monaten verzögern. Die Frist wurden den Angaben zufolge gewählt, um den Anbietern und Providern die Möglichkeit zu geben, ihre Infrastrukturen und Systeme auf die neuen Bedingungen anzupassen.

Wie bereits im April 2015 bekannt wurde, befürchten einige Anbieter, dass die Abschaffung des Routerzwangs im Chaos enden könnte und mehr Nachteile als Vorteile birgt. Der vollständigen Artikel zu den Sorgen und Ängsten kann in unserem Archiv aufgerufen werden: Anbieter befürchten Chaos durch Aufhebung des Routerzwangs.


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