Montag, den 11.04.16 14:16

aus der Kategorie: o2 News und Nachrichten

Aboalarm verklagt o2 wegen nicht akzeptierter Kündigungen [Update]

o2 Kündigung aboalarmAboalarm Klage gegen o2 – Der für seine Kündigungsapp bekannte Anbieter Aboalarm hat eigenen Angaben zufolge den Münchner Netzbetreiber o2 verklagt und will gegen die zum Teil widersprüchliche Kündigungspolitik des Unternehmens vorgehen. In der Vergangenheit weigerte sich der Betreiber mehrfach, über Aboalarm erstellte und versandte Kündigungen zu akzeptieren.

o2 Kündigung mit Hindernissen

Mobilfunkverträge weisen häufig eine feste Laufzeit auf und können nur einmal im Jahr gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt üblicherweise drei Monate zum Laufzeitende und wird regelmäßig von zahlreichen Kunden verpasst, die dadurch meist ein weiteres Jahr an ihren Anbieter gebunden sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kündigung von vielen Anbietern trotz moderner Kommunikationswege noch immer schriftlich per Post oder Fax verlangt wird.

Um die Kündigungsformalitäten von Mobilfunkverträgen, Versicherungen, Zeitschriftenabos und anderen Abonnements zu verwalten, bietet der Dienst Aboalaram seit einiger Zeit einen Onlineauftritt und spezielle Apps an, mit denen eine Kündigung schnell und bequem vorgenommen werden kann. Das System stellt wichtige Daten wie Adresse und Faxnummer des Anbieters bereit, bietet einen vorgefertigten Kündigungstext an und übermittelt die Kündigung auf Wunsch nachweisbar an den Empfänger. An einer Kündigung interessierte Kunden müssen lediglich ihre persönlichen Daten und ihre Mobilfunknummer angeben, um die Deaktivierung ihres Vertrages in die Wege zu leiten.

Offenbar ist der einfache und schnelle Service der Kündigung, den Aboalarm anbietet, einigen Anbietern ein Dorn im Auge. Wie Aboalarm in einem Blogeintrag erklärt, geht das Unternehmen gegen den Münchner Betreiber o2 vor, der offenbar immer wieder über die App versandte Kündigungen ablehnt und den Kundenwunsch nicht akzeptiert.

Aboalarm verklagt o2

„Immer wieder behaupteten Mitarbeiter von O2 in letzter Zeit gegenüber Kunden, Kündigungen über aboalarm wären ungültig“, erklärt Aboalarm. „Auf der anderen Seite jedoch akzeptierten sie die Kündigungen über uns problemlos. Warum also diese Behauptungen, die die Kunden unnötig verwirren?  Wir wollen das so nicht einfach hinnehmen und deshalb verklagt aboalarm O2. Genauer gesagt verklagen wir die Telefónica Germany GmbH, den O2-Mutterkonzern.“

In der Vergangenheit habe o2 immer wieder Kündigungen abgelehnt und auf die fehlende rechtswirksame Unterschrift verwiesen, heißt es. Wer über die Aboalarm App kündigt, kann die Kündigung in der Regel nicht eigenhändig unterschreiben. Aboalarm bietet aus diesem Grund eine vorgefertigte Unterschrift mit dem eigenen Namen an oder alternativ die Option, per Fingerwischen auf dem Display zu unterschreiben.

o2 Kündigung aboalarm

„Dabei reicht laut AGB des Mobilfunkriesen eine Kündigung per Telefax aus und diese ist auch ohne eigenhändige Unterschrift gültig“, ärgert sich Aboalarm. Seit einiger Zeit bietet o2 selbst eine Kündigung ohne Unterschrift an: Interessenten können ihren Wunsch im persönlichen Online-Login vormerken und müssen diesen lediglich binnen 10 Tagen telefonisch bestätigen. Rechtlich gesehen ein Grauzone, Kündigungen sind in der Regel bereits mit ihrem Zugang beim Anbieter gültig und müssen nicht noch einmal separat bestätigt werden.

Aboalarm geht gegen Kündigungsverweigerung vor

„Zwar konnten wir alle betroffenen aboalarm-Kunden unterstützten und auch immer die Bestätigung der Kündigung erwirken und haben auch versucht, uns außergerichtlich mit O2 zu einigen – doch diese Bemühungen scheiterten leider“, erklärt Aboalarm. „Daher haben wir nun keine andere Wahl als juristische Schritte gegen die Telefónica Germany GmbH einzuleiten. Unsere langjährigen Partner der Kanzlei Loos haben für uns Klage vor dem Landgericht München I eingereicht.“

Die Mitarbeiter des Kündigungs-Service registrierten eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Monate einen Anstieg der Beschwerden über missglückte o2-Kündigungen. „Insgesamt beobachten wir bei O2 schon länger, dass viel getan wird, um Kunden eine Kündigung zu erschweren, um sie so länger zu binden“, heißt es. Auch auf anderen Kanälen häufen sich die Beschwerden, unter anderem über die zum Teil langen Wartezeiten an der Hotline (45 Minuten und mehr), um die online getätigte „Kündigungsvormerkung“ zu bestätigen.

Eine erste mündliche Verhandlung soll im Februar 2016 stattfinden. Die Chancen für einen Erfolg stehen gut, wie der Fall des Konkurrenten mobilcom-debitel aus dem vergangene Jahr zeigt. Im Mai 2015 entschied das Landgericht Kiel, dass der Büdelsdorfer Provider keine irreführenden Kündigungsbestätigungen versenden darf. mobilcom-debitel hatte die Kündigung zwar quittiert, gleichzeitig aber dazu gedrängt, diese noch einmal telefonisch zu bestätigen. „Mit dem Zugang der Kündigungserklärung bei mobilcom-debitel sei die Kündigung wirksam, schließlich hat der Anbieter das Vertragsende konkret bestätigt“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Update: o2 Kündigungspolitik noch immer nicht eindeutig

Trotz eines schriftlichen Vorverfahrens und einer ersten gerichtlichen Verhandlung bleiben die genauen Kündigungsmodalitäten des Netzbetreibers o2 weiterhin schwammig. Obwohl o2 kurz nach Bekanntwerden der aboalarm-Klage angab, selbstverständlich die über das Kündigungsportal ausgelöste Kündigungen zu bearbeiten und – ähnlich wie bei Faxen – fristgerecht umzusetzen, hörte sich das Statement des Unternehmen bei der Ende letzter Woche stattgefundenen Verhandlung ganz anders an.

„Unter Berufung darauf, dass Telekommunikationsverträge ein Teil einer eigenverantwortlichen Lebensführung und „Grundgut moderner Lebensführung“ seien, müssten auch Mobilfunkverträge strengen Formen der Kündigung unterliegen, so der O2-Anwalt“, erklärt aboalarm die Geschehnisse. „Heißt das also nun, dass O2 tatsächlich der Auffassung ist, keine Kündigungen ohne eigenhändige Unterschrift akzeptieren zu müssen? Der Prozessbevollmächtigte wollte hierauf nach Rückfrage des aboalarm-Anwalts kein allgemeingültiges Statement abgeben.“

Das vorläufige Fazit des Kündigungsportals fällt entsprechend resigniert aus:

Jeder Verbraucher, der nicht mit einem eigenhändig unterschriebenen Brief bei O2 kündigt, ist damit offensichtlich von der Güte des Mobilfunkriesen abhängig – und der ist bekanntermaßen vor allem eines: gnadenlos.

Wenngleich momentan aboalarm-Kündigungen von O2 akzeptiert werden, ist diese Rechtsunsicherheit nicht hinnehmbar, weswegen aboalarm nicht aufgeben und als einer der Vorreiter für Verbraucherrechte weiter gegen nicht-akzeptierte Kündigungen bei O2 kämpfen wird.


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