Sonntag, den 17.04.16 16:00

aus der Kategorie: Mobilfunk

Datenautomatik: Kundenservice oder Abzocke?

o2 Base Vodafone DatenautomatikDatenautomatik in Handy-Tarifen – In immer mehr Handy-Tarifen wird Mobilfunkkunden nach Verbrauch des Datenvolumens automatisch weiteres Volumen aufgebucht, eine Drosselung erfolgt zunächst nicht. Mobilfunkanbieter loben die Datenautomatik teils als „Service“ für ein „besseres Surferlebnis“ aus. Doch handelt es sich bei der Datenautomatik wirklich um einen Service oder eher um Abzocke?

Datenautomatik in Handy-Tarifen

Damit Kunden nach Verbrauch des Inklusivvolumens weiterhin ungedrosselt surfen können, setzten immer mehr Mobilfunkanbieter (Vodafone, o2, BASE und Drillisch) eine Datenautomatik ein. In einigen Drillisch-Tarifen ist die Datenautomatik mittlerweile ein fester Tarifbestandteil und kann nicht deaktiviert werden. In den aktuellen Tarifen von Vodafone und o2 kann die Datenautomatik noch abgewählt bzw. abgelehnt werden.

Die Anbieter preisen die Datenautomatik als Serviceleistung an, stellen für die automatische Buchung von Datenvolumen jedoch bis zu 5 Euro (pro Buchung) in Rechnung. Bis zu 3 x pro Monat bzw. Abrechnungszeitraum greift dieser Service – erst danach wird gedrosselt – wodurch monatliche Mehrkosten von bis zu 15 Euro entstehen können.

Datenautomatik reine Abzocke?

Viele Kunden vermuten hinter der Datenautomatik Abzocke, denn im Gegensatz zu den SpeedON-Optionen, kann der Kunde teilweise nicht mehr selbst entscheiden, ob er zusätzliches Highspeed-Volumen bucht, oder mit Drosselung auf 64 bzw. 32 Kbit/s leben kann. Im Punkto Preis-Leistungsverhältnis unterscheiden sich die Datenautomatik-Tarife teils gewaltig.

Datenautomatik bei smartmobil

Datenautomatik bei smartmobil

So wird bei vielen Drillisch-Marken (z.B. smartmobil, mcsim, maXXim, simply, winsim etc.) nach Ausschöpfung des Datenvolumens generell bis zu 3 x 100 MB pro Monat für 2 Euro aufgebucht. Gemessen an dem Inklusivvolumen der LTE-Tarife (1- 6 GB) entspricht eine Buchung der Datenautomatik höchstens fünf Prozent der tariflichen Grundleistung. Im Vergleich zum monatlichen Grundpreis mit Inklusivvolumen (ab 5,99 Euro), kann man die Datenautomatik aus Kundensicht durchaus als Abzocke verstehen. Ohne die zusätzlichen Einnahmen der Datenautomatik, wären die derzeit günstigsten LTE-Allnet Einstiegsstarife auf dem deutschen Mobilfunkmarkt aber vielleicht auch nicht finanzierbar.

Vodafone und o2 Datenautomatik

Bei Vodafone SpeedGo können Kunden immerhin die Buchung von Zusatzvolumen per SMS ablehnen. Andernfalls werden weitere 250 MB für je 3 Euro aufgebucht. Auch bei Vodafone gibt es beim zusätzlichen Highspeed-Volumen keine Staffelungen. Ein Red 3 GB Tarif erhält genauso viel Datenvolumen wie ein RED 8 GB Handy-Tarif. Je nach RED-Tarif entspricht das Zusatzvolumen pro Buchung drei bis 8,5 Prozent der normalen Tarifleistung.

Telefónioca o2 Datenautomatik

Beim Netzbetreiber o2 ist die Inklusivleistung der Datenautomatik nach Basistarif gestaffelt. Die Einstiegstarife o2 Blue Smart, Basic und All-IN S erhalten für zwei Euro jeweils 100 MB Datenvolumen. Der o2 Blue All-IN M und L Tarif jeweils 250 MB Datenvolumen für drei Euro und die hochwertigen Tarife o2 Blue All-IN XL und Premium jeweils 750 MB für 5 Euro.

Im Gegensatz zu den Mitbewerbern verzichtet die Deutsche Telekom in ihren Magenta Mobil Tarifen gänzlich auf die Datenautomatik. Als Alternative bietet die Telekom zubuchbare Datenoptionen (Data S, Data M, Data L) mit einer Mindestlaufzeit von drei Monaten sowie eine SpeedON-Option mit 250 MB Datenvolumen zum Preis von 4,95 Euro. Im Vergleich zu anderen Angeboten ist die Lösung der Telekom in Sachen Transparenz am kundenfreundlichsten. Der Kunde kann hier selbst entscheiden, wann er Datenvolumen benötigt und wie oft er die SpeedON-Option buchen möchte.


Karsten Bernsee

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