Donnerstag, den 14.04.16 13:10

aus der Kategorie: Mobilfunk

Prepaidkarten nur noch mit gültigem Ausweis

Cat S40 Outdoor Handy HerstellerPrepaidkarten nur noch mit Ausweis – Das umstrittene Integrationsgesetz verschärft auch die Vorgaben für Mobilfunkanbieter und deren Mitarbeiter. Um die Terror-Gefahr zu senken sollen Prepaidkarten in Zukunft nur noch mit gültigem Ausweis verkauft werden. Eine Vorgabe, die bereits seit langem gilt, jedoch nur unzureichend auf ihre tatsächliche Umsetzung kontrolliert wurde.

Prepaidkarten mit gültigem Ausweis

Wer hierzulande eine Prepaidkarte erwirbt, muss in der Regel einen gültigen Personalausweis oder ein vergleichbares Dokument vorlegen. Die Vorgabe dazu ist in § 111 des Telekommunikationsgesetzes geregelt, welcher festlegt, dass zur Freischaltung einer Simkarte bestimmte persönliche Daten eingeholt werden müssen.

Dazu zählen unter anderem der Name des Antragstellers, seine Adresse und sein Geburtsdatum. Die Erhebung der Daten dient dazu, die Simkarte und ihre Rufnummer einem Nutzer zuzuordnen und so beispielsweise das Missbrauchspotential zu senken.

Obwohl es nicht direkt im Gesetz genannt wird, setzt die Angabe der Daten den Abgleich mit einem offiziellen Lichtbilddokument voraus. Während dies im Bereich der Laufzeitverträge in der Regel lückenlos durchgeführt und häufig auch systemseitig kontrolliert wird, können Prepaidkarten vielerorts auch ohne einen solchen Nachweis erworben werden.

Obwohl die Mobilfunkanbieter ihren Mitarbeitern in der Regel die Vorgabe machen, die genannten Daten mittels eines gültigen Personalausweises oder Reisepasses zu kontrollieren, werden Prepaidkarten häufig mit Fantasydaten oder falschen Angaben registriert. Etwa dann, wenn der Kunde keinen gültigen Ausweis besitzt oder der Wohnsitz nicht in Deutschland liegt.

Integrationsgesetz verschärft Vorgaben für Mobilfunkanbieter

Ob die Daten tatsächlich korrekt sind, wird bislang nur unzureichend, meist gar nicht, überprüft. Wer seine Prepaidkarte beim Discounter kauft und anschließend selbst aktiviert, kann meist ebenfalls angeben, was er will. Kontrolliert werden die Angaben nur selten.

Pfand für SImkarte unzulässig

Mit dem neuen Integrationsgesetz soll diese relative Freiheit der Vergangenheit angehören. Die gesetzliche Neuregelung sieht vor, dass Mobilfunkanbieter und ihre Mitarbeiter in Zukunft dazu verpflichtet werden, einen gültigen Ausweis zu verlangen. Zwar ist das auch jetzt schon der Fall, soll jedoch stärker kontrolliert und bei Zuwiderhandlungen härter reglementiert werden.

Der Hauptgrund für das stärkere Augenmerk auf die korrekte Angabe von Daten sei die Terrorgefahr, heißt es. Potentiellen Gewalttätern soll der einfache Erwerb von Prepaidkarten unter falschen Namen erschwert werden. Darüber hinaus soll bei einem Verdacht in Zukunft auch eine Suche in den Bestandsdaten der Mobilfunkanbieter möglich sein, wenn der Name des potentiellen Täters nicht vollständig bekannt ist oder es von diesem auch alternative Schreibweisen gibt. Allerdings soll es eine Höchstgrenze der möglichen Treffer geben.

Die einzelnen Eckpunkte des Gesetzesentwurfs sollen am 22. April bei einer Konferenz der Ministerpräsidenten erörtert und Ende Mai bei einer Klausurtagung beschlossen werden.


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5 Kommentare zu Prepaidkarten nur noch mit gültigem Ausweis

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  1. Ifm schrieb am 22.04.2016 um 20:08

    Ich achte sehr auf Datenschutz, habe aber grunsätzlich nichts dagegen, dass der Besitzer einer SIM hinterlegt sein muss.

    Probelmatisch finde ich das nur, wenn es dazu führt, dass die Anbieter das zum Anlass nehmen, ausländische Urlauber in spezielle (natürlich teure) Tarife zu drängen.

  2. prepaid. schrieb am 14.04.2016 um 17:43

    An Tankstellen z.b. kann man ohne Probleme Prepaidkarten kaufen ohne einen Ausweis vorzeigen zu müssen. Die Aktivierung ist dann Problemlos mit einer ausgedachten Adresse per Telefon möglich.

    • Chicken-Driver schrieb am 14.04.2016 um 20:03

      Cool 🙂

    • Patrik schrieb am 21.04.2016 um 11:45

      Habe vor einer halben Ewigkeit eine Alditalk Prepaidkarte bei Aldi (nebst dem normalen Einkauf) für meine Freundin gekauft, da sie die Abzocke bei den Telekomikern leid war (4,95eur für 50MB Daten, was einen ganzen Monat reichen soll?!?).
      Musste weder Ausweis noch sonst irgendwas vorzeigen.

      Aktivierung erfolgte online, d.h. ich hätte irgendeine Fantasieadresse angeben können.

      Rückverfolgung der IP die zum Aktivieren benutzt wurde würde auch nicht helfen, da ich einfach irgendeinen VPN Service oder unzureichend geschützten WLAN-Router (oder gleich so „hilfreiche“ Projekte wie Freifunk o.Ä.) hätte verwenden können.

      Das Ganze ist aber so oder so hinfällig, denn bei ebay wird weiterhin munter mit bereits aktivierten Prepaidkarten verschiedener Anbieter gehandelt, meist von wenig seriösen „Handyläden um die Ecke“ oder Leuten, die ihre Identität geheimzuhalten versuchen. Die auf Ebay hinterlegte Adresse des Verkäufers sieht dann meist ziemlich erfunden aus und die SIM wird in einem Umschlag verschickt, der via „Handyporto“ der Post frankiert wurde, was wohl ebenfalls von auf Fake Namen registrierten SIMs bezahlt wurde.

      Es juckt bis heute keine Sau, obwohl das schon einige Jahre so abläuft.

      https://www.deutschepost.de/de/h/handyporto.html

  3. Chicken-Driver schrieb am 14.04.2016 um 15:03

    Ich habe noch nie eine Karte bekommen, ohne den Ausweis vorzugzeigen. Oder online, da kommt Sie mit der Post, und da haben die ja eh die Adresse. Nicht wirklich was neues 😉

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