Sonntag, den 15.01.17 16:03

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Prepaid-Ausweispflicht: Online-Prepaid-Anbieter ab Juli vor dem Aus

E-Plus-prepaid-SIM-kartenPrepaid Auweispflicht ab 1. Juli – Der Handel mit Prepaidkarten wird sich ab dem 1. Juli 2017 durch die beschlossene Ausweispflicht von Prepaidkarten der Regierung zur Terrorabwehr deutlich erschweren. Vor allem kleinere Online-Prepaid-Anbieter stehen vor dem Aus.

Prepaid-Ausweispflicht ab Juli 2017

Ab dem 1. Juli 2017 verlangt der 2016 beschlossene Paragraf 111 des Telekommunikationsgesetzes (TKG) eine Identitätsprüfung beim Kauf von Prepaid-Karten in Deutschland. Durch die Verschärfung soll es Terroristen künftig erschwert werden, per Handy ohne Identität zu telefonieren.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass die Terrormiliz IS tausende Prepaidkarten der ungarischen Telekom-Tochter Magayar Telekom erwarb und Attentäter von Paris und Brüssel diese zur Kommunikation nutzen. Die Telekom will deshalb schon vor Juli die Abgabe von Prepaid-Karten europaweit erschweren.

Prepaid-Anbieter vor dem Aus

Doch welche enormen Folgen die Prepaid-Ausweispflicht für den Mobilfunkmarkt mit sich bringt, wurde von den Medien bislang nicht thematisiert. Die Mobilfunkkunden sind durch die Personalisierung zum einen nicht mehr so flexibel wie bisher, denn sie können ihre Prepaid-SIM-Karte erst nach einer erfolgten Verifizierung nutzen.

Außerdem bedeutet eine Personalisierung von Prepaikarten höhere Kosten für die Mobilfunkanbieter. Dies gilt insbesondere für Prepaid-Anbieter die ihre Tarife nur online vermarkten. Für kleinere Prepaid-Anbieter wie z.B. Bildmobil, Fyve, simquadrat, mobi oder Ortel Mobil könnte dies das Aus bedeuten. Aber auch die Prepaid-Produkte von stationären Handelsketten wie Aldi, Tchibo, Lidl, Kaufland, Norma, Penny, Edeka oder Netto müssen um ihr Geschäft fürchten. Eine Freischaltung der erworbenen Prepaid-Karten direkt bei den Discountern gilt eher als unwahrscheinlich. Die Aktivierung an der Kasse wäre zu aufwendig und das gesamte Personal müsste entsprechend geschult werden.

Wie kann eine Prepaid-Karte verifiziert werden?

Für die Freischaltung der Prepaid SIM-Karte könnte die Deutsche Post als Dienstleister in Frage kommen, welche bereits für Kontoeröffnungen von Kreditinstituten ein Post-Ident-Verfahren anbietet. Allerdings ist das Verfahren für den Anbieter sehr teuer. Bei einer Online-Bestellung könnte eine Verifizierung direkt im Bestellprozess per Video-Ident durchgeführt werden. Auch eine nachträgliche Personalisierung via Video-Ident wäre möglich.

postident-verfahren

Große Mobilfunkanbieter wie die Telekom, Vodafone, o2 oder mobilcom-debitel werden ihren Kunden mit Sicherheit optional auch eine Verifizierung direkt in einer Filiale vor Ort anbieten. Damit sind wir wieder beim Thema: Prepaid-Kunden, die das Video-Ident-Verfahren scheuen, werden in Zukunft wohl gleich die örtlichen Mobilfunk-Shops aufsuchen und von einer Online-Bestellung absehen. Erst mit der Einführung der eSIM wird sich das Geschäft wieder ins Internet verlagern.

Weniger Gefahr durch Prepaid-Ausweispflicht?

Da die Prepaid-Ausweispflicht ab dem 1. Juli 2017 nur in Deutschland und nicht auf EU-Ebene gilt, ist es unwahrscheinlich, dass damit die Kommunikationswege von Terroristen erschwert werden. Solange Gefährder SIM-Karten in den Niederlanden oder Österreich ohne Personenabgleich erhalten, können SIM-Karten weiterhin anonym genutzt werden. Ohnehin ist der Sicherheitsstandard in einem Land wie Deutschland deutlich höher als in osteuropäischen Ländern wie Rumänien oder Ungarn. Die Verifizierung von Prepaid-Karten bringt daher zunächst mehr Kontrolle über die eigenen Bürger und mehr Aufwand für Kunden und Mobilfunkanbieter.

In unserem Forum können Leser über die Prepaid-Ausweispflicht diskutieren.

Bildquelle: Deutsche Post


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1 Kommentar zu Prepaid-Ausweispflicht: Online-Prepaid-Anbieter ab Juli vor dem Aus

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  1. Bernd schrieb am 13.04.2017 um 16:40

    Das Gesetz ist wieder mal von unfähigeren Plitikern gemacht worden, die blauäugig so was machen wie ein dreijähriger.
    Wer eine nicht registrierte Prepaid will und braucht wird diese nach wie vor bekommen.
    Betroffen wie bei jedem Schwachsinn den unsere Politiker machen sind wieder mal die normalen Leute die mit der Karte nichts anstellen würden.

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