Mittwoch, den 21.09.16 15:35

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Neue Entscheidung: EU schafft Roaming 2017 ab

AYYILDIZ_RoamingEU schafft Roaming 2017 ab – Nachdem die EU-Kommission den umstrittenen Entwurf zur Abschaffung der Roaminggebühren zurückgezogen hatte, liegt nun ein neuer Vorschlag vor. Dieser umfasst die vollständige Abschaffung der Gebühren im kommenden Jahr – und sorgt auf anderem Wege dafür, dass günstige ausländische Tarife nicht auf Dauer im Inland genutzt werden können.

EU schafft Roaming 2017 ab

Im Sommer 2017 sollen die EU Roaminggebühren endgültig abgeschafft werden, lautete das Versprechen der EU-Kommission. Der vor wenigen Wochen vorgelegte Entscheidungsentwurf fiel jedoch anders aus, als von Kunden und Verbraucherschützern erwartet. Statt eines vollständigen Endes der Auslandskosten wollte die EU lediglich 90 kostenfreie Tage pro Jahr gewähren.

Alle 30 Tage sollte zudem die Einbuchung ins Heimatnetz erfolgen, um Missbrauch vorzubeugen. Die Sorge der EU: Ohne diese Bedingung könnten Sparfüchse günstigere ausländische Tarife dauerhaft im Inland nutzen und damit auf lange Sicht für höhere Inlandspreise sorgen.

Der Entwurf stieß auf harsche Kritik, ließ viele Fragen offen und entsprach nicht den Erwartungen. Das negative Echo war offenbar so gewaltig, dass die EU den Vorschlag kurz darauf wieder zurückzog und eine Überarbeitung vornahm. Die neuen Pläne fallen deutlich kundenfreundlicher aus, auch für die Missbrauchsängste hat die EU eine adäquate Lösung gefunden.

Roaming ab 2017 Geschichte

Der neue Entwurf sieht tatsächlich die Abschaffung der Roaminggebühren vor und knüpft diese nicht an eine Tagesfrist oder andere Bedingungen. “Wir haben entschieden, dass es keine täglichen Begrenzungen geben soll”, erklärte der zuständige EU-Kommissar Andrus Ansip in Brüssel. Die Nutzung des Smartphones soll ab Juni 2017 “wie daheim” erfolgen und keine zusätzlichen Kosten verursachen. Mobilfunkkunden können dann ihren regulären Tarif auch im Ausland nutzen und müssen dafür keine Gebühren entrichten.

Freies Bild

Die Sorge, dass sich findige Kunden einen günstigen ausländischen Tarif zulegen und mit diesem die teureren inländischen Angebote umgehen, besteht jedoch weiterhin. Statt einer “Einbuchungspflicht” wie sie der alte Entwurf vorsah, geben die überarbeiteten Pläne den Anbietern mehr Handhabe.

Diese können aktiv werden, wenn sie einen Missbrauch vermuten, etwa dann, wenn die Simkarte nicht oder nur selten in ihrem Ursprungsland, dafür aber besonders häufig im Ausland genutzt wird. In diesem Fall können die Anbieter den Kunden kontaktieren, eine Verwarnung aussprechen und in letzter Konsequenz auch zusätzliche Gebühren erheben. Die Kunden haben ihrerseits die Möglichkeit, gegen einen fälschlicherweise angenommenen Missbrauch vorzugehen.

Roaming-Ende mit offenen Fragen

Wann genau der Anbieter von einem Missbrauch ausgehen kann und welche Handhabe fälschlich beschuldigte Kunden haben, um gegen den Vorwurf vorzugehen, ist derzeit noch offen. Als Richtlinie soll jedoch die Nutzungshäufigkeit im Inland im Vergleich zum Ausland herangezogen werden. Die zusätzlichen Gebühren dürfen dem derzeitigen Modell nach bei maximal 4 Cent pro Minute, 1 Cent pro SMS und 85 Cent je Megabyte liegen.

Der Entwurf ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültig und muss noch von den EU-Mitgliedsstaaten, der europäischen Regulierungsbehörde BEREC und weiteren Parteien bestätigt werden. Geplant ist eine finale Kommunikation im Dezember 2016, die Einführung der neuen Regeln ist dann für Juni 2017 angesetzt.


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