Freitag, den 14.10.16 11:08

aus der Kategorie: Mobilfunk

EU-Roaming: BEREC-Gutachter warnen vor höheren Preisen

AYYILDIZ_RoamingGutachter warnen vor höheren Preisen – Nach einem zähen Ringen wurde vor wenigen Wochen das Ende der innerhalb Europas erhobenen Roaminggebühren beschlossen. Die europäische Regulierungsbehörde BEREC befürchtet jedoch, dass der Wegfall der Gebühren auf Dauer zu höheren Preisen führt.

 Gutachter warnen vor höheren Preisen

Die innerhalb Europas erhobenen Roaminggebühren sinken seit Jahren kontinuierlich ab. Nach einem zähen Ringen entschied die EU-Kommission vor wenigen Wochen, die zusätzlichen Kosten im Juni 2017 vollständig abzuschaffen. Einen ersten Entwurf zog die Kommission zurück, der zweite wird derzeit geprüft und soll im Dezember final vorliegen.

Auch die europäische Regulierungsbehörde BEREC wird nach ihrer Meinung gefragt und muss ein Urteil abgeben. Ist sie mit den Plänen nicht einverstanden, müssen sie unter Umständen erneut überarbeitet werden. Obwohl die Abschaffung der Roaminggebühren zahlreiche Vorteile mit sich bringt, befürchtet die BEREC auch Nachteile.

In einer Stellungnahme äußert die Regulierungsbehörde Bedenken und befürchtet auf lange Sicht steigende Preise. Zwar könnten Smartphone-Nutzer im europäischen Ausland ohne zusätzliche Kosten telefonieren, simsen und surfen, auf Dauer dürfte sich das jedoch auf die Preise im Inland auswirken, heißt es.

BEREC befürchtet höhere Inlandspreise

Der Wegfall der Roaminggebühren bedeute für die inländischen Mobilfunkanbieter ein enormes Kostenrisiko, erklärt die Behörde. Die Gutachter befürchten, dass dieses Risiko auf die Kunden umgelegt und durch steigende Preise oder reduzierte Tarifinhalte abgefangen wird.

Roaming Deutsche Telekom

Auch die Regularien, die es den Mobilfunkanbietern erlauben, bei einem Missbrauch einzuschreiten, sind der Behörde zu ungenau formuliert und lassen zu viel Raum für Interpretationen. In den Augen der Gutachter sind die derzeitigen Vorgaben nicht dazu geeignet, um ein einheitliches Vorgehen zu etablieren. Viel mehr besteht die Gefahr, dass ein Missbrauch unterschiedlich definiert und dadurch früher oder später eingeschritten wird.

Die Sorge ist groß, dass die Zeche für den Vorstoß der EU vor allem Kunden zahlen, die sich selten oder nie im Ausland aufhalten. Sie müssten gegebenenfalls steigende Kosten im Inland hinnehmen, ohne von den Vorteilen im Ausland profitieren zu können. Zudem könnte sich der Wegfall der Roaminggebühren negativ auf den Wettbewerb und die Investitionen in neue Angebote und verbesserte Netze auswirken.

EU prüft BEREC-Bedenken

Die EU hat angekündigt, die Bedenken der BEREC prüfen zu wollen. Zurückrudern wolle man allerdings nicht und weiterhin an der Roamingabschaffung im Juni 2017 festhalten, heißt es. Ob und welche Änderungen es durch den Einwand geben wird, bleibt abzuwarten. Mit einer finalen Version ist Mitte Dezember zu rechnen.

Mit ihrer Sorge ist die BEREC nicht allein, auch der Branchenverband VATM befürchtet, dass die neue Roaming-Regelung negative Auswirkungen auf die Investitionen und den Ausbau haben wird: VATM übt Kritik an kompletter Roaming-Abschaffung.


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