Donnerstag, den 08.12.16 17:00

aus der Kategorie: Mobilfunk

Roaming-Abschaffung: Strafen erst nach vier Monaten

Roaming Deutsche TelekomRoaming-Abschaffung – Obwohl die Roaminggebühren ab Sommer 2017 der Vergangenheit angehören sollen, waren bislang noch viele Fragen offen. Vor allem die Folgen einer „missbräuchlichen Nutzung“ und ab wann diese überhaupt gegeben ist, musste noch finale beantwortet werden. Die EU will die Verbraucher vor hohen Strafen schützen und konkretisiert die neuen Vorgaben.

Roaming-Abschaffung im Sommer 2017

Nach einem langen Ringen legte die EU im September 2016 die endgültige Abschaffung der Roaminggebühren fest, stieß mit dem Vorschlag jedoch auf viel Kritik und zog die Pläne zurück. Der zweite Vorschlag entschärfte die zuvor kritisierten Passagen, ließ jedoch weiterhin viele Fragen offen.

Bislang war klar: Das Ende der Roamingkosten wurde für Juni 2017 beschlossen und kommt ohne Begrenzung oder Befristung aus. Allerdings sollen die Anbieter eingreifen können, wenn sie eine missbräuchliche Nutzung vermuten und sich Kunden „mehr als üblich“ im Ausland aufhalten. Die dauerhafte Verwendung ausländischer Mobilfunktarife im Inland soll mit der Abschaffung der Roaminggebühren auch weiterhin nicht möglich sein.

Wann genau eine „missbräuchliche Nutzung“ vorliegt, wann sich Verbraucher „häufiger als üblich“ im Ausland aufhalten und welche konkreten Konsequenzen es gibt, blieb bislang offen. Nun äußerte sich die EU zu den konkreten Plänen und erklärte, dass die Anbieter frühestens nach vier Monaten eine Handhabe gegen Verbraucher haben sollen, die ihre Mobilfunktarife für längere Zeit im Ausland nutzen.

Verwarnung und Strafen für Missbrauch

Sollte ein Kunde wegen mutmaßlichen Missbrauchs auffallen, dürfen die Anbieter zudem nicht gleich eine Strafe verhängen, sondern müssen im ersten Schritt eine Verwarnung aussprechen. Erst wenn das Verhalten über eine Verwarnfrist von zwei Wochen weiterhin anhält, dürfen die Anbieter den Angaben nach aktiv werden und Zusatzgebühren erheben.

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Der vergleichsweise lange Zeitraum´von vier Monaten, die Verwarnung und die anschließende zweiwöchige Beobachtungsfrist sollen sicherstellen, dass die Interessen der Verbraucher und Anbieter gewahrt werden und im Gleichgewicht bleiben. Die Lösung soll dafür sorgen, dass der Großteil der Nutzer wie versprochen kostenfrei im EU-Ausland kommunizieren kann, die Anbieter jedoch gleichzeitig vor einer Kostenwelle aufgrund einer ausufernden Nutzung geschützt sind.

Viele Parteien haben Sorge, dass die Abschaffung der Roaminggebühren auf lange Sicht zu höheren Inlandspreisen führen könnte, mit denen die Anbieter die steigenden Kosten zu decken versuchen. Zudem besteht die Angst, dass günstige Auslandstarife vermehrt im Inland genutzt und das teurere Angebot im eigenen Land umgangen wird. Aus diesem Grund hatte die EU ursprünglich einen kostenfreien Zeitraum von 90 Tagen pro Jahr festgelegt, diesen Vorschlag nach zahlreicher Kritik jedoch abgeändert.


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