Samstag, den 17.03.18 12:11

aus der Kategorie: Mobilfunk

Ratenkauf beim Smartphone – sinnvoll oder nicht?

Immer Up to Date sein – beim Handy bedeutet dies, am besten jedes Jahr ein neues Smartphone kaufen. Neue Geräte kosten inzwischen – zumindest wenn es sich nicht Modelle aus den Vorjahren handelt – schnell 700 Euro oder 800 Euro und mehr. Doch können die Haushaltskasse mit einem Ratenkauf schonen?

Neues Handy finanzieren

Welche Alternativen bleiben Haushalten, die sich ein neues Gerät zulegen wollen? Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird das Ganze auf eine Finanzierung hinauslaufen. Hier bieten sich verschiedene Wege an. Verbreitet wird die Verbindung aus Gerät und Vertrag in Anspruch genommen.

Verbraucher entscheiden sich für einen Tarif und der Provider legt das Handy „obendrauf“. Parallel ist es möglich, das Smartphone separat zu finanzieren – etwa über Technikeinzelhändler. Oder Haushalte bemühen sich um einen Ratenkredit ihrer Hausbank. Wie liegen die Vor- und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten?

Ratenkauf über den Vertrag – der Standard

Mittlerweile hat die Zahl der Nutzer des Smartphones 57 Millionen erreicht – nur in Deutschland. Dies geht aus einer aktuellen Pressemeldung des Branchenverbands BITKOM hervor. Und der Markt rund um die Geräte – also über Apps und Zubehör – sorgt bei den Entwicklern und Herstellern für Umsätze in Milliardenhöhe.

Abbildung 1: Ein neues Handy auf Raten kaufen – gibt es auch hier günstige Angebote, so dass man die neueste Technik verwenden kann, ohne den eigenen Geldbeutel zu stark zu belasten?

Dass die Nachfrage hoch bleibt, dafür sorgen jedes Jahr neu am Markt platzierte Modellgenerationen. Das iPhone X oder Samsung Galaxy S9 sind nur zwei prominente Beispiele dieser Entwicklung. Und pünktlich mit dem Verkaufsstart neuer Modelle überschlagen sich Mobilfunkanbieter mit Sonderangeboten. Modell XY jetzt für nur 1 Euro – so oder ähnlich lautet die Botschaft. Die Bedingung: Interessierte Verbraucher schließen einen Tarif ab.

Der Kauf auf Raten über dieses „Vehikel“ ist immer noch die Standardvariante. Was viele Nutzer ausblenden ist die Tatsache, dass die Krux hier im Detail steckt. Verträge, welche für die Geräte abgeschlossen werden müssen, liegen bei den monatlichen Gebühren oft deutlich über günstigen Tarifen (die ausreichen würden). Und die Mobilfunkanbieter orientieren sich beim Gerätepreis nicht selten am oberen Ende der Skala.

Zu den Vorteilen gehört, dass:

  • Verbraucher schnell das Smartphone erhalten
  • keine Zusatzverträge abschließen (Stichwort Restschuldversicherung)
  • keine Angaben zum Gehalt o. Ä. machen müssen

Ratenkauf außerhalb des Vertrags

Smartphones, die vor zwei bis drei Jahren in den Markt eingeführt wurden, sind inzwischen vergleichsweise günstig. Hier sind Preise für nagelneue Geräte zwischen 200 Euro bis 300 Euro durchaus ein realistischer Ansatz. Kaufpreise in dieser Größenordnung werden viele Haushalte nicht finanzieren müssen.

Ganz anders sieht die Situation aus, wenn es um aktuelle Modellreihen geht. Inzwischen rufen die Hersteller hier Neupreise zwischen 800 Euro bis 1.000 Euro auf. Viele Haushalte werden sich diese Summe nicht einfach aus dem linken Hemdsärmel schütteln. Die Alternative zur Finanzierung im Zuge des Vertrags ist hier der Ratenkauf über:

  • Bankkredite
  • Händlerfinanzierungen.

Welche Vorteile haben diese Varianten? Verbraucher haben hier deutlich mehr Spielraum bezüglich der Preise. Beim Ratenkauf außerhalb des Mobilfunkvertrags können Haushalte in Ruhe nach dem besten Kaufpreis recherchieren – und sich dann entscheiden.

Und die Neupreise für aktuelle Geräte können zwischen einzelnen Händlern sehr deutlich variieren. Teils sind Preisdifferenzen in einer Größenordnung von mehr als 100 anzutreffen. An diesem Punkt zeigt sich sehr deutlich, warum die Finanzierung über einen Händler-/Bankkredit Vorteile hat. Auf der anderen Seite muss gerade beim Bankkredit folgender Sachverhalt klar sein: Wird das Gerät beschädigt oder geht verloren, muss das Darlehen bis zum Schluss bedient werden. Zudem kann das Entkoppeln von Gerätekauf und Finanzierung zum Problem werden, wenn ein Smartphone zurückgeschickt wird.

Letzteres kann passieren, wenn es klar technische Mängel aufweist – etwa wenn sich der Akku in seine Einzelteile zerlegt.

Wichtige Aspekte beim Smartphone-Ratenkauf

In Deutschland werden jedes Jahr Milliarden Euro von Banken an Haushalte als Konsumentenkredit ausgereicht. Allein für den Dezember 2017 taucht in der Zinsstatistik der Bundesbank eine Summe von 1,01 Milliarden Euro auf. Wer sich für die Finanzierung seines Handys ohne Vertrag entscheidet, sollte einige Dinge im Hinterkopf behalten.

Abbildung 2: Die neuesten Handymodelle sind meistens recht teuer – ein Ratenkauf kann die Kosten zumindest über einen längeren Zeitraum verteilen.

Das Thema Rücktritt vom Kaufvertrag – aufgrund von Mängeln am Gerät – ist bereits angesprochen. Werden die Mängel innerhalb von 14 Tagen bemerkt und innerhalb dieser Frist der Vertrag rückgängig gemacht, kann der Kreditvertrag ebenfalls widerrufen werden. Die Darlehenssumme ist dann natürlich an die Bank zu erstatten.

Beim Thema 0-Prozent-Finanzierung, die im Technikhandel immer wieder beworben werden, sollte Verbrauchern klar sein, dass sie zwar um Zinsen herumkommen, sich eventuell aber auch Preisvorteile aus der Hand nehmen lassen. Hier hilft es, genau nachzurechnen. Zu achten ist auch auf die Tatsache, dass im Zusammenhang mit Ratenfinanzierungen zwar die Möglichkeit besteht, die Restschuld vorzeitig zu begleichen. Allerdings kann eine Entschädigung verlangt werden. Letzterer ist in ihrer Höhe inzwischen allerdings strengen Regeln unterworfen. Nach § 502 BGB darf diese nicht mehr als 1 Prozent der Restschuld betragen, bei weniger als 12 Monaten Laufzeit die Hälfte.

Fazit: Ratenkauf ohne Vertrag kann sich lohnen

Immer ein neues Smartphone in der Tasche – wer dieses Ziel hat, sollte die Haushaltskasse immer schön füttern. Aktuelle Geräte kosten heute leider schnell knapp 1.000 Euro. Die Kombination aus Vertrag und Gerät wirkt verlockend, ist auch Dauer aber eine nur bedingt gute Lösung. Bleibt die Frage, wie es mit dem Ratenkauf ohne Vertrag aussieht? Das Ganze hat durchaus einige Vorteile. Nutzer können hierdurch teils deutlich Preisnachlässe gegenüber dem Gerät mit Vertrag erzielen. Und verteilen die finanzielle Last trotzdem bequem auf Raten. Eines muss in beiden Fällen aber klar: Zu knapp auf Kante sollte das Budget nie genäht werden.

Bildquellen:
Abbildung 1: @ geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: @ geralt (CC0-Lizenz) / pixabay.com


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