Mittwoch, den 06.06.18 11:25

aus der Kategorie: Telekom T-Home

Klage abgelehnt: easybell verliert gegen die Telekom bei Techniker-Terminen

VDSL Vectoringeasybell verliert gegen Telekom – esaybell hat in einer Klage gegen die Telekom verloren. Streitgegenstand waren die Telekom-Techniker, die bei der Schaltung eines Anschlusses mehrfach angegeben hatten, niemanden angetroffen zu haben, obwohl ein Ansprechpartner ständig vor Ort vor Ort gewesen ist.

easybell verliert gegen Telekom

Die Techniker der Telekom sind nach wie vor wichtigstes Bindeglied zwischen den Anbietern und ihren Kunden. Auch wenn der Anschluss nicht über die Telekom genutzt wird, muss der Techniker des Unternehmens in der Regel bei einer Neuschaltung oder Störung ausrücken. Das führt oft zu Problemen, da der Techniker nicht immer wie geplant erscheint. Im Schnitt platzt jeder dritte Techniker-Termin, wie eine Erhebung im Auftrag von Vodafone vor Kurzem ergab.

Auch easybell hatte Ärger mit dem Techniker, ein Vorfall in einem städtischen Krankenhaus brachte das Fass schließlich zum überlaufen. Um den Auftrag vor Ort abschließen zu können, war die Mitarbeiter eines Telekom-Technikers notwendig. Dieser behauptete bei vier verschiedenen Terminen, niemanden vor Ort angetroffen zu haben. Dabei war der Empfang der Klinik rund um die Uhr besetzt. „Die Empfangsmitarbeiter versicherten eidesstattlich, dass sich nie ein Techniker gemeldet hat. Außerdem hat zu einem dieser Termine der Techniker sogar selbst erklärt, erst nach dem vereinbarten Zeitfenster dort gewesen zu sein“, erklärt easybell-Geschäftsführer Andreas Bahr.

Ärgernis Telekom-Techniker

Für esaybell ist das Vorgehen nicht nur ärgerlich: „Uns ist unverständlich, dass die Deutsche Telekom den Montagenachweisen ihrer Techniker stets blind vertraut und die eidesstattlichen Versicherungen der Kunden als nicht glaubwürdig abtut.“ Deshalb reichte das Unternehmen eine Unterlassungsklage gegen die Telekom ein.

In dieser sollten der Netzbetreiber und seine Techniker dazu verpflichtet werden, nicht mehr zu behaupten, vor Ort niemanden angetroffen zu haben, obwohl der Mitarbeiter tatsächlich gar nicht zum Termin erschienen ist. Allerdings hatte die Klage vor dem Landgericht Berlin keinen Erfolg. Die Richter lehnten sie unter dem Aktenzeichen 92 O 2/17 Kart ab.

Unterlassungsklage gescheitert

In der Urteilsbegründung heißt es unter anderem, dass nicht erkennbar sei, dass das Vorgehen der Telekom den Wettbewerb behindern würde. Durch die Angabe, es sei niemand vor Ort gewesen, habe die Telekom keinen Vorteil. In diesem Fall werde ein neuer Termin vereinbart und die Arbeiten zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt. Ob der Techniker bei der Angabe „Kunde nicht angetroffen“ tatsächlich vor Ort gewesen sei oder nicht, war für die Entscheidung irrelevant.

Termintreue der Telekom-Techniker nach einer Erhebung im Auftrag von Vodafone

„Um eine erfolgreiche Klage zu führen, müsse eine zielgerichtete Behinderung durch die Deutsche Telekom zum eigenen Vorteil nachgewiesen werden“, meint André Queling, Rechtsanwalt bei Dr. Grosse+Partner, der easybell vor Gericht vertreten hat. „Das eigentliche Organisationsversagen seitens der Telekom und dessen wettbewerbsschädliche Zielrichtung nachzuweisen, ist allerdings für Außenstehende nahezu unmöglich.“ Er sieht in den unnötigen Wiederholungsterminen eine Wettbewerbsschädigung, die die Mitbewerber benachteiligt.

Telekom-Techniker muss nichts befürchten

Auch auf die Arbeit der Telekom-Techniker hat die abgelehnte Klage keine Auswirkungen. Die Telekom war nicht damit einverstanden, bei vermuteten Falschaussagen von Technikern zu prüfen, ob dieser tatsächlich vor Ort war. „Die weniger motivierten Techniker müssen also nicht befürchten, entdeckt zu werden“, meint Andreas Bahr. „Das fehlende Risiko aufzufliegen bedeutet faktisch einen Freibrief für Telekom-Techniker zur Falschaussage.“

easybell sieht den Rechtsweg derzeit ausgeschöpft, hofft jedoch auf die Bundesnetzagentur. Diese könnte die Telekom unter anderem zur Prüfung verpflichten, damit diese Techniker mit überproportional hoher „Nicht angetroffen“-Quote genauer unter die Lupe nimmt.


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