Freitag, den 08.06.18 14:50

aus der Kategorie: DSL & Internet

Amazon Retouren: Neuware wird offenbar massenhaft vernichtet

Amazon LagerAmazon Retouren werden vernichtet – Einem Bericht des ZDF-Magazins Frontal 21 zufolge, geht Amazon rigoros mit Retouren und Versandrückläufern um. Die zum Teil noch als Neuware verkäuflichen Produkte werden offenbar massenhaft vernichtet.

Amazon Retouren und Rückläufer

Wer etwas bei Amazon bestellt und anschließend retourniert, geht in der Regel davon aus, dass die neuwertige Ware wieder in den Verkauf geht. Offenbar ist dieser Prozess für den Versandhändler jedoch wenig lukrativ. Das ZDF-Magazin Frontal 21 und die WirtschaftsWoche berichten darüber, dass Amazon offenbar massenhaft neuwertige Ware der Vernichtung zuführt. Das schreibt das ZDF auf zdf.de.

Das betrifft Waren aller Art. Darunter Kühlschränke, Wasch- und Spülmaschinen, Handys, Tablets, Matratzen und Möbel. Dem Bericht zufolge habe eine Amazon-Mitarbeiterin berichtet, dass sie täglich Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro vernichtet. Darunter befänden sich nicht nur beschädigte oder defekte Produkte, sondern häufig auch mangelfreie Neuware, die noch verkauft werden könnte.

Das findet offenbar nicht nur beim eigenen Warenbestand, sondern auch bei Produkten von Marketplace-Händlern statt. Der Versandriese bietet seinen Händlern die Möglichkeit, nicht verkaufte Warenbestände vernichten zu lassen:

Auf Produktlisten, die Frontal 21 und der WirtschaftsWoche  vorliegen, tauchen zum Beispiel Kinderturnschuhe, Kopfhörer sowie hunderte weitere Artikel auf – für einen einzigen Tag, in einem einzigen Lager. Sie wurden intern mit der Versandmethode „Destroy“ also „zerstören“ gekennzeichnet.

Amazon bestreitet Vorwürfe nicht

Bei Amazon äußerte man sich dem Bericht zufolge nicht zu den konkreten Vorwürfen. Bestritten habe man diese Praxis jedoch nicht. Stattdessen erklärte das Unternehmen, dass stetig daran gearbeitet werde „so wenig Produkte wie möglich entsorgen zu müssen“. Außerdem heißt es: „Wenn Produkte nicht verkauft, weiterverkauft oder gespendet werden können, arbeiten wir mit Aufkäufern von Restbeständen zusammen, die diese Waren weiterverwenden.“

Die Berichte rufen vor allem Umweltschützer und das Ministerium für Umwelt auf den Plan. „Das ist ein riesengroßer Skandal, denn wir verbrauchen auf diese Weise Ressourcen mit allen Problemen insgesamt auf der Welt. Ein solches Vorgehen passt einfach nicht in diese Zeit“, erklärt Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Er fordert eine Aufklärung der Vorwürfe durch Amazon.

Von Greenpeace-Expertin Kirsten Brodde heißt es: „Wir brauchen ein gesetzliches Verschwendungs- und Vernichtungsverbot für neuwertige und gebrauchsfähige Ware. Das ist eine Riesenumweltsauerei, denn der gerade der Onlinehandel und da steht Amazon natürlich prototypisch für, die verleiten die Leute natürlich dazu, im großen Stil erst mal alles Mögliche zu bestellen, mit dem Versprechen, man könne es ja bequem und kostenlos zurückschicken und was dann passiert, ist, dass die Ware, die man zurückschickt, offensichtlich direkt im Müll landet, einfach weil es aufwendiger ist, sie neu zu verpacken oder weil sie nicht mehr ganz picobello ist und das ist aus unserer Sicht gigantische Ressourcenvernichtung.“


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