Mittwoch, den 29.08.18 13:50

aus der Kategorie: o2 News und Nachrichten

o2 DSL: Wechselgebühr von knapp 30 Euro auch ohne Portierung?

o2 DSLo2 DSL Wechselgebühr – Offenbar berechnet o2 bei einigen DSL-Kunden einen pauschale Gebühr von knapp 30 Euro, wenn diese mit ihrem DSL-Anschluss zu einem anderen Anbieter wechseln. Kurios daran ist, dass dabei gar keine Rufnummernmitnahme erfolgt, die die Kosten erklären würde.

o2 DSL Wechselgebühr

Wechselt ein Kunde den DSL-Anbieter darf der bisherige Anbieter die durch den Wechsel entstehenden Kosten in Rechnung stellen. Allerdings heißt es in §46 des Telekommunikationsgesetzes auch: „Dem Teilnehmer können nur die Kosten in Rechnung gestellt werden, die einmalig beim Wechsel entstehen.“ Bei den meisten Anbieter fallen darunter beispielsweise die Portierungskosten, die bei Mitnahme einer bestehenden Festnetznummer anfallen.

Auch o2 listet eine solche Wechselgebühr in der seit 5. Juni 2018 gültigen Preisliste auf. Auf Seite 3 werden dort für den Posten „Anbieterwechsel gem. § 46 TKG (Wechsel zu einem anderen Anbieter)“ pauschale 29,95 Euro pro Vorgang ausgewiesen. Dabei berechnet o2 die Gebühr allerdings nicht nur bei Wechseln mit einer Rufnummernmitnahme, sondern auch bei Kunden die den Anbieterwechsel ohne die bestehende Rufnummer durchführen. Darüber berichtet das Onlinemagazin Teltarif und beruft sich auf die Meldung betroffener o2-Kunden.

o2 berechnet pauschale Wechselgebühr

Im vorliegenden Fall kündigte ein o2-Kunden seinen monatlich kündbaren DSL All in Vertrag und beantragte einen Wechsel zu einem anderen Anbieter. Die bestehende Rufnummer wollte er nicht mitnehmen. Trotzdem berechnete o2 ihm die Wechselgebühr von knapp 30 Euro. Das wunderte den Kunden in mehrfacher Hinsicht.

Statt einer individuellen Wechselgebühr, die die tatsächlichen Wechselkosten beachtet – so wie es das Telekommunikationsgesetz vorsieht – wurde eine Pauschale berechnet. Da die Rufnummer nicht mitgenommen wird, fallen für die Übernahme keine Gebühren an. Stattdessen fällt die Nummer an o2 zurück. „Für diesen Vorgang dürfen keine Gebühren verlangt werden“, erklärt Teltarif. Auch gab es beim Wechsel keinerlei Probleme, so dass o2 keine Veranlassung dafür hatte, eine etwaige Weiterversorgung über den Kündigungstermin hinaus in Rechnung zu stellen. „Und selbst wenn eine Weiterversorgung durch den alten Anbieter notwendig geworden wäre, hätte o2 dafür keine Pauschale verlangen dürfen. Der Paragraf 46 TKG sieht vor, dass dem weiterversorgenden Provider 50 Prozent des vereinbarten Anschlussentgelts zustehen und dass er für die Weiterversorgung eine „taggenaue Abrechnung“ vorzunehmen hat“, so Teltarif.

Bundesnetzagentur hilft nur bedingt weiter

Der o2-Kunde wandte sich darauf hin an die Bundesnetzagentur und bat um Aufklärung. Die Aufsichtsbehörde antwortete:

[…] Vielen Dank für Ihr Schreiben. Die Mitnahme einer Rufnummer zu einem anderen Telekommunikationsanbieter verursacht grundsätzlich Kosten. Nach § 46 Abs. 5 Telekommunikationsgesetz (TKG) können dem Teilnehmer nur die Kosten in Rechnung gestellt werden, die einmalig beim Wechsel entstehen. Die derzeit noch als zulässig erachtete Höhe des Portierungsentgeltes von 29,95 Euro inkl. MwSt. wird derzeit überprüft. So wurde nun von der Bundesnetzagentur gegenüber der Freikom GmbH nur noch ein Entgelt in Höhe von 9,61 Euro netto als zulässig erachtet. Die Anordnung ist aber noch nicht rechtskräftig und wirkt derzeit nur gegenüber der Freikom GmbH. Derzeit überprüft die zuständige Beschlusskammer der Bundesnetzagentur die Höhe des Portierungsentgeltes am gesamten TK-Markt. Auch das erhobene Entgelt von o2 bei einem Anbieterwechsel ohne Rufnummernmitnahme ist Gegenstand der Untersuchung. Eine Entscheidung dazu steht noch aus. […]

Offenbar ist auch der Bundesnetzagentur die pauschale Wechselgebühr bei DSL-Verträgen ohne Rufnummernmitnahme aufgefallen und wird überprüft. Sollte die Agentur diese beanstanden könnte sich auch im Nachgang noch gekippt werden. Ob und wann das der Fall sein wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Wie sich betroffene Kunden derzeit verhalten sollen, ist ebenfalls unklar. Zum einen können sie die Gebühr vorbehaltlich entrichten und nach einer Entscheidung der Bundesnetzagentur zurückfordern. Wir empfehlen, dies o2 schriftlich und nachweisbar mitzuteilen und den Netzbetreiber über die vorbehaltliche Zahlung zu informieren. Außerdem könne o2 auch zur Erstellung einer korrekten Rechnung aufgefordert werden, die lediglich die tatsächlichen Kosten des Anbieterwechsels enthält, heißt es.


Werde jetzt Mobilfunk-Talk Online-Redakteur

Jetzt kommentieren (1)

Zur Diskussion im Forum: o2 Forum

Tipp: Nur für kurze Zeit - Callya Freikarte oder o2 Freikarte oder BASE SIM-Karte oder Telekom Freikarte kostenlos bestellen!

1 Kommentar zu o2 DSL: Wechselgebühr von knapp 30 Euro auch ohne Portierung?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Profilbilder bei Gravatar
  1. Chicken schrieb am 30.08.2018 um 09:55

    Das ist Mafioses verhalten. Ich höre immer wieder aus mein Bekanntenkreis, das o2 immer wieder solche Abzocke versucht z.B 1 Jahr weiter für DSL bezahlen nach umzug, ob wohl dort kein DSL möglich noch vorhanden ist usw usw. o2 Drosselt ebenso auch noch DSL. o2 Netze sind mega laggy, o2 ist einfach scheisse und BÖSE. Ich würde die 30 Euro nicht zahlen. Einfach nur Kündigen, und wenn die Kündigung durch ist und der Anschluss offline ist… erst dann neues DSL bestellen.

Startseite | Datenschutz | Impressum