x

klarmobil LTE-Kracher

Donnerstag, den 04.10.18 16:25

aus der Kategorie: Mobilfunk

Vertrag wegen Krebserkrankung abgelehnt – “Laufzeit nicht erfüllbar”

Vertrag wegen Krebserkrankung abgelehnt – Abgelehnte Verträge haben viele Mobilfunkkunden bereits erlebt. Besonders unsensibel ging ein Mobilfunkanbieter jedoch im Fall des erfolgreichen Stabhochspringers Tim Lobinger vor. Aufgrund seiner Krebserkrankung könne er keinen Laufzeitvertrag abschließen, hieß es seitens des Anbieters.

Abgelehnte Verträge bei Krankheit

Im Rahmen der Bonitätsprüfung stellen Mobilfunkanbieter in der Regel fest, wie sich interessierte Kunden bezüglich ihrer Zahlungsmoral verhalten. Dabei wird vor allem das Ausfallrisiko, etwa durch Nichtzahlung, eingeschätzt. Neben der aktuellen finanziellen Situation werden dabei auch die Lebensumstände und andere Faktoren herangezogen. Dass auch die Gesundheit Einfluss auf das Ergebnis der Bonitätsprüfung haben kann, musste nun der ehemalige Stabhochspringer Tim Lobinger erfahren.

Der Spitzensportler hatte bei einem Mobilfunkanbieter einen Laufzeitvertrag mit zweijähriger Bindung abgeschlossen. “14,85 Euro Grundbetrag im Monat bei einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Das fand ich super”, erklärte er gegenüber der BUNTE. “Meine Anfrage wurde allerdings abgelehnt, mit der Begründung, ich könne die Mindestlaufzeit aufgrund meiner Erkrankung ja wohl nicht erfüllen.”

Krebserkrankung sorgt für Ablehnung

Das Problem: Der ehemalige Weltmeister hat Krebs, seit März 2017 kämpft er gegen Leukämie. Die prognostizierte Überlebenschance lag kurz nach der Diagnose bei 30 Prozent. “Ich habe kein Problem damit, offen über meinen Krebs zu reden. Er gehört zu meinem Leben und ich versuche an jedem einzelnen Tag, positiv damit zu leben. Aber die Sache mit dem Handyvertrag fand ich schon krass”, so Lobinger.

Lobinger machte seine Erkrankung im Mai 2017 öffentlich. In der Regel wissen Mobilfunkanbieter jedoch nichts über den Gesundheitsstatus und potentiell tödliche Erkrankungen ihrer Kunden. Dadurch können diese Informationen auch nicht in die Bonität einfließen. Die öffentliche Bekanntmachung der Krankheit scheint im Fall Tim Lobinger jedoch bis zum Mobilfunkanbieter durchgedrungen zu sein – der das Risiko des baldigen Todes als zu groß ansah und den Vertrag ablehnte.

Verträge dürfen abgelehnt werden – jedoch nicht immer

Rechtlich gehen Verträge nach dem Tod des Inhabers auf die Erben über und müssen weiter bedient werden. In der Regel lassen die Mobilfunkanbieter jedoch Kulanz walten und beendet die Verträge außerordentlich, wenn der Tod des Inhabers mittels Sterbeurkunde nachgewiesen wird. Dadurch entgehen den Anbietern jedoch Einnahmen.

Außerdem darf dieser sich seine Kunden grundsätzlich aussuchen und ist nicht verpflichtet, Verträge einzugehen. Hier darf es jedoch keine Benachteiligung nach Paragraf 19 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) geben. Ob bei einer Ablehnung aufgrund einer Krankheit bereits ein Verstoß vorliegt, müssten jedoch Gerichte klären.


Werde jetzt Mobilfunk-Talk Online-Redakteur

Jetzt kommentieren (2)

Zur Diskussion im Forum:

Tipp: Nur für kurze Zeit - Callya Freikarte oder o2 Freikarte oder BASE SIM-Karte oder Telekom Freikarte kostenlos bestellen!

2 Kommentare zu Vertrag wegen Krebserkrankung abgelehnt – “Laufzeit nicht erfüllbar”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Profilbilder bei Gravatar
  1. Chicken schrieb am 04.10.2018 um 18:12

    Unfasbar. Welcher Anbieter war es denn? Denn würde ich gerne nal meine Meinung blassen

Startseite | Datenschutz | Impressum