Mittwoch, den 17.10.12 15:30

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o2: Kunden mit Alttarifen droht Zwangsumstellung (Update)

Der Netzbetreiber o2 will sein Tarifportfolio aufräumen und dabei rund 400 Alttarife entsorgen. Allerdings bedient sich o2 nach dem Ärger mit der o2 Reiseoption wieder einmal rechtlich umstrittener Methoden. Diesmal bekommen die betroffenen Vertragskunden in den nächsten zwei Wochen per Post von o2 Änderungskündigungen zugeschickt. Die Aktion ist dabei bereits in den vergangenen Tagen gestartet.

Insbesondere Genion-Tarife betroffen

Betroffen von dieser Tarifentsorgungsaktion sind insbesondere Kunden der einst so beliebten Genion-Tarife. Vor allem die Genion-Tarife ohne Grundgebühr sind o2 offenbar ein Dorn im Auge. Die Kunden bekommen hierbei einen nach Meinung von o2 passenden “Tarifvorschlag”, der ab Dezember 2012 in Kraft tritt.

Ist der Kunde mit der Tarifumstellung einverstanden, braucht er nichts weiter tun, er wird automatisch in den neuen Tarif umgestellt. Ist der Kunde damit nicht einverstanden, besteht die Möglichkeit, kostenlos in einen anderen Tarif zu wechseln. Der Tarifwechsel kann dabei über die Hotline vorgenommen werden. Sollte kein passender Tarif dabei sein, gewährt o2 dem betroffenen Kunden sogar ein Sonderkündigungsrecht.

Kunde kann auf Vertragserfüllung bestehen

Grundsätzlich haben die Kunden aber auch das Recht, auf die Vertragserfüllung seitens von o2 zu bestehen. Denn schließlich besteht eine Vertragsbindung nicht nur für den Kunden, sondern auch für o2 selbst. Es ist allerdings dann damit zu rechnen, dass o2 eine ordentliche Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt verschickt. Somit kann der Alttarif nur noch maximal 15 Monate genutzt werden, sofern der letzte Kündigungstermin gerade abgelaufen ist.

Ärger ist vorprogrammiert

Mit dieser Aktion ist damit wieder einmal Ärger vorprogrammiert, denn einige Vertragskunden, die mit der Zwangsumstellung des Tarifs nicht einverstanden sind, werden die Widerspruchsfrist verpassen, weil sie entweder gerade im Urlaub sind, die Post verloren gegangen ist, oder den Brief nicht ernst nehmen, weil sie ihn für ein Werbeschreiben von o2 halten. Auch im o2-Forum wurde bereits im Vorfeld deutlich der Unmut über die Aktion von o2 geäußert.

Update 16:45

Mittlerweile hat sich ein betroffener Kunde im o2-Forum zu Wort gemeldet und ein PDF des entsprechenden Schreibens veröffentlicht. Er hat aktuell einen Genion S mit Handy und 10/10-Taktung, monatlich 100 Frei-SMS und das Internet-Pack M. Umgestellt werden soll er auf den o2 Blue Select mit Festnetz-Flatrate und 100 Inklusivminuten. Die monatlichen Kosten würden leicht auf monatlich 24,98 Euro steigen, und der Tarif hätte Inklusivleistungen, die der Kunde überhaupt nicht braucht. Dazu wird eine SMS-Benachrichtigung zum Zeitpunkt der Umstellung angekündigt.

Im Schreiben fehlt dabei jegliche Rechtsbehelfsbelehrung. Weder ein Widerspruchs- noch ein Sonderkündigungsrecht wird dem Kunden dabei eingeräumt. Das Sonderkündigungsrecht wird wohl vermutlich erst durch die Hotline angeboten. Ausgesprochen dreist ist dabei die Behauptung, dass der aktuelle Tarif ab Dezember 2012 nicht mehr zur Verfügung steht. Tatsache ist, dass o2 wegen der Vertragsbindung den betroffenen Kunden im aktuellen Tarif belassen muss und dafür auch die technischen Voraussetzungen bereitstellen muss, wenn der Kunde auf die Vertragserfüllung besteht. Es besteht kein Grund für eine Sonderkündigung seitens von o2!


Michael Beck

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3 Kommentare zu o2: Kunden mit Alttarifen droht Zwangsumstellung (Update)

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  1. Peter Silie schrieb am 20.10.2012 um 22:12

    Nicht nur das !!! O2 versucht sich sogar durch “DOPPELABBUCHUNGEN” zusätzliches Geld zu verschaffen. Als “I-Tüpfelchen” hetzen sie dir sogar noch den Rechtsanwalt auf den Hals… Darauf habe ich allen Mobilfunkern das Abbuchen von meinem Konto VERBOTEN und zahle NUR NOCH per “Voucher”… Es wird Zeit, dass den Betrügern unter den Mobilfunkanbietern (UND DA GIBT ES ETLICHE) endlich mal “PER GESETZ” das Handwerk gelegt wird !!!

  2. DJSashR schrieb am 19.10.2012 um 21:47

    Sollte sich o2 sowas bei mir als langjährigem Kunden wirklich trauen wird auf ein solches Schreiben direkt durch meinen Rechtsanwalt reagiert. Dann werde ich diesen Chaosprovider, mit immer schlechter werdendem Netz, wenigstens endlich vorzeitig los.

  3. Brummie schrieb am 19.10.2012 um 08:57

    Erpressermethoden von o2 sind schon lange bekannt!!

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