Das kannst du finden wie du willst, ändert aber nichts an den Tatsachen.
Wer weiß, wie Mobilfunkunternehmen - vor allem solche großen wie Telefónica - organisiert sind, der hat auch keine Probleme damit, sich lebhaft vorzustellen, wie da alles kopflos durch die Gänge rennt.
Super optimal und bestens organisiert ist da nämlich in der Regel nur wenig bzw. die einzelnen Abteilungen an sich schon, aber das Zusammenspiel nicht.
Merkt man doch schon als Kunde, wenn man an der Hotline anruft. Wenn man da keine Nullachtfuffzehn-Frage hat - und selbst bei denen - ist der Support schnell überfordert und weiß nicht so recht, wer da jetzt für zuständig ist. Und der, der ggf. zuständig ist, weiß gar nicht, wie er das Problem jetzt lösen soll, weil DAS wieder nicht in seine Zuständigkeit fällt, er dafür das Okay von jemand anderen braucht und so weiter...
Das in Groß ist der Alltag bei vielen Mobilfunkern - So traurig das auch sein mag. Die Strukturen sind so groß und vielfältig, dass Chaos bei solchen Mammutaufgaben wie der Netzzusammenschaltung vorprogrammiert ist. Wie lange man mit dem zu kämpfen hat, hängt am Ende nur davon ab, wie stark man im Vorfeld abschätzen kann oder will, dass es Chaos gibt und Lösungsstrategien vorbereitet.
Erschwerend kommt hinzu, dass die, die sowas wie "Wir stellen jetzt mal BASE/Blau/simyo/ect. auf o2 um" entscheiden, meist gar nicht wissen, wie die Abläufe dazu sind, Deadlines nennen und die Kleinen in den unteren Rängen dann gucken können, wie sie es gelöst bekommen. Ordentlich aufeinander abgestimmt ist sowas nur selten - ist doch in vielen anderen Firmen nicht anders...
Mich verwundert so manches bei den Mobilfunkern und gerade bei Telefónica. Aber hier wurden in meinen Augen zu viele Dinge gleichzeitig angegangen. Die zu schnelle Umstellung der einzelnen Marken, obwohl das Netz noch nicht anständig umgestellt wurde und noch gar nicht die Kapazitäten hat oder so stabil läuft, dass das funktioniert als Beispiel. Oder die "Kündigung" von langjährigen Callcenter-Partnern, obwohl man weiß, dass das Serviceaufkommen durch die ganzen Umstellungen in der nächsten Zeit massiv hoch sein wird und die eigenen Leute das gar nicht abfangen können...
Ich will das auch gar nicht entschuldigen - mir war eigentlich von vorherein klar, dass es Chaos gibt. Ich hab aber nicht gedacht, dass man so lange braucht, um das irgendwie in den Griff zu bekommen.
Die Shopstruktur komplett überarbeiten, Mitarbeiter kündigen, gleichzeitig andere in deren Stellen einarbeiten, neue Systeme, Netz integrieren, Marken umstellen und verschlanken, Masten abbauen und gleichzeitig versuchen, auf den noch vorhandenen die Qualität aufrechtzuerhalten, Callcenter schließen, obwohl hohes Serviceaufkommen und die ganzen Sachen, die ich gar nicht auf dem Schirm habe - Das war offenbar einfach zu viel.
Und ja, das dauert im Zweifel bis es da ne Lösung gibt. Vor allem, wenn man versucht, die Lösungen mittels ohne Kosten zu generieren. Das kommt ja auch noch hinzu. Für den ganzen Umstellungsmist gibt es ein Budget und nicht zuletzt die Aktionäre werden ziemlich stinkig, wenn man das überschreitet.
Eine schnelle Lösung gibt es sicherlich - aber die kostet und davor dürfte man sich derzeit auch ein bisschen scheuen ![]()
Alles in allem fällt es mir nicht schwer, mir das Chaos dort vorzustellen...