Dienstag, den 24.03.15 13:31

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Netzneutralität: Telekom fordert Umsatzbeteiligung

TelekomDie Telekom spricht sich für ein Ende der Netzneutralität und die Einführung sogenannter Qualitätsklasse aus. Um mit diesem Modell auch kleineren Unternehmen den Zugang zum Internet zu gewähren, möchte der Bonner Netzbetreiber am Umsatz beteiligt werden und an der Durchleitung der Daten verdienen.

Streitthema Netzneutralität

Die Netzneutralität innerhalb Deutschlands beschäftigt seit Monaten nicht nur die Bundesregierung, sondern auch die einzelnen Marktteilnehmer. Vor allem die großen Unternehmen, etwa die Telekom und Vodafone, sprechen sich für ein Ende der Netzneutralität aus und fordern die Einführung sogenannter Qualitätsklassen.Die Netzneutralität basiert auf dem Gedanken, alle Internetdienste und Informationen gleichberechtigt durch das World Wide Web zu leiten und keinen Daten den Vorzug zu geben. Die Bundesregierung fürchtet jedoch, durch die Gleichbehandlung Zukunftstechnologien wie das führerlose Auto oder innovative Medizintechnik zu verzögern. Bereits Ende 2014 teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit, auf lange Sicht von der Netzneutralität Abstand nehmen zu wollen, um wichtige Datenpakete für sensible Bereiche priorisiert durch das Netz leiten zu können.Für die großen Unternehmen wie die Telekom oder Vodafone dürfte jedoch vor allem der finanzielle Aspekt im Vordergrund stehen und den Ausschlag für die Kritik an der Netzneutralität geben. Mit ihrem Ende wären die Firmen in der Lage, die eigenen Dienste über das häufig hauseigene Netz favorisiert zu übertragen und kleineren Internetunternehmen und -anbietern den Nachrang zu erteilen.

Telekom kritisiert „staatlich diktiertem Einheitsnetz“

Ein solches Modell bringt nicht nur wettbewerbspolitische Vorteile mit sich, sondern könnte sich auch finanziell auszahlen. Wie das Portal netzpolitik.org berichtet, äußerte sich der Telekom-Sprecher Philipp Blank in einem Gastbeitrag für das Kundenmagazin der Weberbank zum angestrebten Ende der Netzneutralität und warnte vor einem „staatlich diktiertem Einheitsnetz“.“Sicher hat das Internet als Informationsmedium eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Es muss frei, offen und ohne Diskriminierung bleiben. Die Debatte muss sich also um grundsätzliche Spielregeln drehen. Ein staatlich diktiertes Einheitsnetz darf aber nicht dabei herauskommen.“, schreibt der Sprecher im Kundenmagazin der Weberbank.

Umsatzbeteiligung soll Probleme lösen

Das häufig vorgebrachte Argument, ein Ende der Netzneutralität benachteilige vor allem kleinere Marktakteure, führe zu einem Quasi-Monopol der starken Teilnehmer und spalte das Internet in ein Zweiklassennetz wischte Blank im Beitrag vom Tisch: „Ein beliebtes Argument dagegen lautet: Gesicherte Qualität können sich nur große Internetunternehmen leisten. Die kleinen bleiben auf der Strecke. Dabei könnte sich eine Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent jedes Unternehmen leisten. Und das wäre ein fairer Beitrag für die Nutzung der Netzinfrastruktur, auf der Internetdienste beruhen.“Telekom BreitbandKurzum, wer nach dem Ende der Netzneutralität vorn mit dabei sein will, soll zahlen. Und das – spinnt man den Gedanken weiter – wohl nicht nur an die Telekom, sondern auch an Vodafone, Telefónica und andere Anbieter von Netzinfrastrukturen.Besonders sauer stößt die Forderung der Telekom durch die Tatsache auf, dass es sich bei dem Bonner Netzbetreiber um kein rein privatwirtschaftliches Unternehmen handelt. Die Bundesregierung ist mit etwa 14,5 Prozent direkt und mit weiteren 17,4 Prozent indirekt an der Telekom beteiligt, der mögliche Interessenskonflikt und die Sonderstellung des Unternehmens im Vergleich zu den übrigen Anbietern erntet immer wieder Kritik.


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