Montag, den 19.06.17 17:45

aus der Kategorie: SAT & TV

Eigentor für Verbraucher: Mehrkosten für Bundesliga Saison 2017/2018

Mehrkosten für Bundesliga Saison 2017/2018 – Das Bundeskartellamt forderte für die Bundesliga im TV mehr Wettbewerb, doch durch die Vergabe der Bundesliga TV Rechte entstehen den Fans ab der Saison 2017/2018 höhere Kosten, wenn sie alle Bundesliga Spiele live im TV verfolgen möchten.

Kritik bei Aufteilung der Bundesliga-TV-Rechte

Schon im Vorfeld der Vergabe der Bundesliga TV-Rechte für die Bundesliga Saison 2017/2018 bis 2020/2021 hatten Kritiker von Mehrkosten für Verbraucher gewarnt. Es wurde befürchtet, dass Fans künftig zwei Abos abschließen müssen, um nach der Aufteilung der Bundesliga-TV-Rechte alle Spiele live verfolgen zu können.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes widersprach damals den Befürchtungen der Fußballfans, künftig zwei Abos abschließen zu müssen, mit folgendem Statement: „Wie die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, führt ein solches Modell meist nicht dazu, dass der Verbraucher am Ende mehr als ein Abonnement benötigt, um alle Spiele sehen zu können. So können sich die Rechteinhaber gegenseitig auch Unterlizenzen einräumen. Daneben dürfte es aber auch Angebote geben, die nur einen Teil der Live-Spiele umfassen.“

Keine Einigung von Sky und Eurosport

Gut zwei Monate vor dem Start in die Bundesliga-Saison 2017/2018 sieht die Realität jedoch anders aus. Sky und Eurosport konnten bislang keine Einigung über die Vergabe von Sub-Lizenzen erzielen und werden es wohl auch nicht. Sky hat die Bewerbung für sein Fußball-Paket ab der kommenden Saison bereits auf 572 Live-Spiele der 1. und 2. Fußball Bundesliga angepasst. Für die Verbreitung der übrigen 40 Live-Spiele sucht Eurosport nach Angaben von Bild.de weiterhin einen Partner.

Aktuelle Sky Werbung für die Fußball Bundesliga

Doch welche Vorteile hat die neue Regelung überhaupt für Fußballfans und den Wettbewerb? Vom Bundeskartellamt Pressesprecher Kay Weidner erhielt Mobilfunk-Talk folgende Stellungnahme:

„Eine no-single-buyer-rule gibt es in den meisten Ländern schon seit einigen Saisons. Wir haben darauf bestanden, diese auch in Deutschland einzuführen, um technische Innovationen zu fördern und den Wettbewerb zwischen den Anbietern zu befeuern. Zur aktuellen Situation kann ich nur darauf hinweisen, dass man aus Medienberichten vernimmt, dass sich Discovery bislang noch nicht mit einem anderen Anbieter geeinigt hat.“

Alle Bundesliga-Spiele nur gegen Aufpreis

Es besteht jedoch noch Hoffnung, dass Fußball-Fans alle Bundesliga-Spiele im TV empfangen können, dann jedoch nur gegen Aufpreis. Aus technischen Gründen kann der Sender „Eurosport 2“ nicht einzeln empfangen werden und benötigt einen Kooperationspartner. Als Partner kommen neben Sky auch die Telekom, Vodafone und der Kabelnetzbetreiber Unitymedia in Frage.

Auch wenn Eurosport doch noch mit Sky zwecks Verbreitung kooperieren sollte, müssten Sky Kunden aller Voraussicht ein kostenpflichtiges Zusatzpaket via Option buchen, um die übrigen 40 Live-Spiele per Satellit oder Kabel zu empfangen. Wie hoch die zusätzlichen Kosten dafür wären ist bislang nicht bekannt. Alternativ lassen sich die Bundesliga-Spiele auch online über den Eurosport Player empfangen. Für die Nutzung von Eurosport 2 liegen die Kosten derzeit noch bei 4,99 Euro pro Monat. Mit Aufnahme der Bundesliga dürften sich die Preise jedoch deutlich erhöhen. Bei Sky ist die Fußball Bundesliga derzeit ab 19,99 Euro verfügbar. Ein Sky Komplett Angebot inklusive HD gibt es derzeit für 29,99 Euro.

TV-Rechte: Eigentor für Bundesliga-Fans

Für viele Bundesliga-Fans in Fan-Foren ist die Vergabe der TV-Rechte schon jetzt ein Eigentor des Bundeskartellamts. Die Wettbewerbsbehörde würde statt den Wettbewerb lediglich die Einnahmen der DFL fördern, so der weitläufige Tenor. Die Kritik der Fußball-Fans ist durchaus nachvollziehbar, denn einzig die Ausstrahlung von allen 612 Live-Spielen durch zwei Pay-TV-Anbieter würde den Wettbewerb hierzulande überhaupt fördern. Aktuell genießen Sky und Eurosport eine Quasi-Monopolstellung für 572 bzw. 40 Live-Spiele der Bundesliga.


Michael Beck

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