Mittwoch, den 03.09.14 17:08

aus der Kategorie: Mobilfunk, TopNews

BNetzA will Handy-Telefonate ab Dezember billiger machen

Die Bundesnetzagentur will die Mobilfunk-Terminierungsentgelte ab dem 1. Dezember 2014 weiter senken. Bei den Mobilfunkanbietern ist die Absenkung der Entgelte nicht unumstritten, durch niedrigere Entgelte lässt sich der Ausbau der Handynetze schwieriger finanzieren.

BNetzA will Mobilfunk-Interconnect senken

In einer Pressemitteilung hat die Bundesnetzagentur Vorschläge für die Terminierungskosten für die nächsten  zwei Jahre veröffentlicht. Demnach sollen die Terminierungsentgelte ab dem 1. Dezember 2014 von bisher 1,79 Cent auf 1,72 Cent pro Minute fallen. Ab dem 1. Dezember 2015 soll das Mobilfunk-Terminierungsentgelt nochmals bis Ende November 2016 auf 1,66 Cent pro Minute fallen.

Das Terminierungsentgelt ist die Gebühr, welche Netzbetreiber (z.B. Telekom) für die Zustellung bzw. Durchleitung von Anrufen aus anderen Mobilfunknetzen (z.B. Vodafone) untereinander verrechnen. Erst durch die deutliche Absenkung der Entgelte in den letzten Jahren wurde Handygespräche billiger und Allnet-Flat-Angebote konnten sich etablieren.

© Benicce - Fotolia.com

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Entgeltvorschlag bietet genug Spielraum

„Der heute veröffentlichte Entgeltvorschlag ist das Ergebnis sehr intensiver Prüfungen und eines transparenten Beschlusskammerverfahrens während der vergangenen Wochen. Die Entgelte spiegeln die Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung eines Mobilfunk-Referenznetzbetreibers wieder. Dabei haben wir an unserem bewährten Ansatz festgehalten, die Entgelte auf der Basis aktueller Wiederbeschaffungskosten zu ermitteln.

Die vorgeschlagenen Entgelte sichern den Unternehmen daher auch künftig genügend Spielraum, ihre Investitionen in den mobilen Breitbandausbau, insbesondere in die LTE-Netzinfrastruktur, weiter voranzutreiben“, erläuterte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Netzbetreiber für höhere Entgelte

In der Vergangenheit wurde die Bundesnetzagentur nicht selten für die Senkung der Terminierungsentgelte kritisiert. Als im Jahr 2010 eine Halbierung der Terminierungsentgelte beschlossen wurde, hagelte es vor allem vom Branchenverband BITKOM harsche Kritik. Generell muss die Bundesnetzagentur bei einer Absenkung der Terminierungskosten verschiedene Interessen berücksichtigen.

Zum einen fordert die EU-Kommission seit Jahren niedrigere Terminierungsentgelte in Deutschland. Denn im europäischen Vergleich werden Kunden hierzulande weitaus stärker zur Kasse gebeten. Allerdings benötigen die Mobilfunkanbieter angemessene Entgelte, um den teuren Netzausbau und Breitbandtechnologien zu finanzieren. In den vergangenen Monaten verzeichneten die Netzbetreiber aufgrund eines starken Wettbewerbs zudem teils herbe Umsatzeinbrüche. Sollte die EU-Kommission keine Bedenken gegen den Vorschlag der Bundesnetzagentur äußern, treten die neuen Entgelte zum 1. Dezember 2014 in Kraft. Andernfalls werden die Terminierungsentgelte nur vorläufig genehmigt.

Ob die weitere Absenkung der Terminierungsentgelte allerdings zu günstigen Handy-Telefonaten für Endverbraucher führt, ist fraglich. Der aktuelle Wettbewerb lässt für weitere Preissenkungen kaum Spielraum. Einzig die Minutenpreis der Prepaid-Tarife könnten etwas sinken.


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