Montag, den 27.10.14 11:56

aus der Kategorie: Mobilfunk Gerichtsurteile

Urteil: Vodafone „Sky für unterwegs“ ist Irreführung

Die Verbraucherzentrale Bayern hat einen Rechtsstreit mit Vodafone vor dem Landgericht Düsseldorf gewonnen. Der Düsseldorfer Netzbetreiber hatte sein Bundesliga-Paket „Sky für unterwegs“ irreführend deklariert und interessierte Kunden mit einer eingeschränkten Nutzbarkeit getäuscht.

Vodafone „Sky für unterwegs“

Die als irreführend erklärte Werbung wurde im Jahr 2013 verwendet. Vodafone offerierte in seinem Bundesliga-Paket „Sky für unterwegs“ den mobilen Zugriff auf alle Bundesliga-Spiele der ersten und zweiten Liga über die App „MobileTV“. Die Werbebotschaft erweckte den Eindruck, die interessierten Kunden könnten alle Spiele von unterwegs aus ohne Einschränkung genießen.

Tatsächlich war das Angebot jedoch vom verfügbaren Datenvolumen abhängig. Bei der Buchung der kostenpflichtigen Option stellte Vodafone ein zusätzliches Volumen von 2 GB zur Verfügung, auf das die gestreamten Fußballspiele angerechnet wurden. Nach spätestens zwei übertragenen Spielen waren die 2 GB verbraucht und die Kunden in der aktiven Drosselung. Eine weitere Nutzung über das Mobilfunknetz war nicht mehr möglich.

„Wenn nach wenigen Spielen die Verbindung abbrach, konnten Kunden das Bundesliga-Paket im betreffenden Monat nur noch über ein WLAN-Netz nutzen oder zusätzliches Datenvolumen kostenpflichtig hinzubuchen“, erklärt Katharina Grasl, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Die Verbraucherschützer forderten eine Unterlassungserklärung und stuften die Botschaft „für unterwegs“ mit dem gleichzeitigen Verweis auf die WLAN-Nutzung als irreführend ein.

Gerichtsurteil

© arahan – Fotolia.com

Urteil: Vodafone Sky-Werbung irreführend

Als Vodafone sich weigerte, landete der Fall vor Gericht. Das Landgericht Düsseldorf stellte sich am 10. Oktober 2014 unter dem Aktenzeichen 38 O 25/14 auf die Seite der Verbraucherzentrale Bayern und stufte die Werbebotschaft als irreführend ein. Die verwendete Formulierung „für unterwegs“ wecke beim Kunden falsche Vorstellungen, heißt es in der Urteilsbegründung. Dieser muss nicht damit rechnen, dass die Option  nach Verbrauch des inkludierten Datenvolumens lediglich mit WLAN weitergenutzt werden kann oder neues Volumen kostenpflichtig hinzugebucht werden muss.

Mittlerweile hat Vodafone die Offerte angepasst und stellt seinen Kunden bei der Buchung der Option kein zusätzliches Datenvolumen  zur Verfügung. Die Spiele können lediglich über WLAN oder eine kostenpflichtig hinzugebuchte Datenoption angesehen werden. Dennoch ist die Botschaft in den Augen der Verbraucherschützer weiterhin irreführend, da der Düsseldorfer Netzbetreiber nach wie vor den Eindruck erwecke, die Inhalte der Option könnten überall ohne Einschränkungen genutzt werden. Katharina Grasl erklärt: „Aus der Urteilsbegründung geht unserer Ansicht nach klar hervor, dass eine Gleichstellung von UMTS, LTE und WLAN irreführend ist, wenn kein ausreichendes Datenvolumen für die Nutzung unterwegs zur Verfügung gestellt wird.“


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