Freitag, den 21.11.14 10:58

aus der Kategorie: Vodafone

Vodafone: Snowden-Dokumente offenbaren Abhörskandal

VodafoneDer britische Vodafone-Konzern hat offenbar jahrelang mit den Geheimdiensten zusammengearbeitet und sowohl dem GCHQ Großbritanniens als auch der amerikanischen NSA Informationen zugespielt. Die Hinweise auf den spitzelnden Netzbetreiber sind neuen Dokumenten des Whistleblowers Edward Snowden zu entnehmen, die bislang unter Verschluss gehalten wurden.

Vodafone spitzelt für GCHQ und NSA

In den Dokumenten wird konkret die Firma Cable & Wireless Worldwide genannt, die vor rund zwei Jahren von Vodafone übernommen wurde. Im Jahr 2009 habe Cable & Wireless Worldwide dem britischen Geheimdienst Government Communications Headquarters (GCHQ) dabei geholfen, die Kunden der Konkurrenten auszuspähen. Der GCHQ hat Kontakte zur NSA und arbeitet mit dem amerikanischen Geheimdienst partnerschaftlich zusammen.

Die Vorwürfe reichen soweit, das der Vodafone-Tochter vorgeworfen wird, auch am Datendiebstahl beteiligt gewesen zu sein. Das Unternehmen habe dabei geholfen, in die Infrastruktur fremder Anbieter einzubrechen und Daten auszuspähen.

Cable & Wireless Worldwide wird in den Dokumenten offenbar unter dem Decknamen Gerontic geführt und soll zusammen mit Mitarbeitern des Geheimdienstes ein eigenes Projektteam besetzt haben. Ein GCHQ-Mitarbeiter sei zudem als Verbindungsmann im Unternehmen eingesetzt worden, für die Zusammenarbeit sei als Lohn mehrfach ein Millionenbetrag geflossen.

Logo NSAGerontic half beim Abfischen der Daten

Die Vorwürfe gehen auf das Jahr 2009 zurück. In diesem Zeitraum hatte der britische Geheimdienst GCHQ Zugriff auf 63 Unterseekabel, bei 30 von ihnen war Gerontic beim Aufspüren von Informationen behilflich. Insgesamt stammten den Angaben zu Folge rund 70 Prozent der damaligen Daten aus den Kreisen der heutigen Vodafone-Tochter.

Pikant mutet an, dass die Weiterverarbeitung der Daten über das Programm Incenser stattfand, welches noch bis ins Jahr 2013 hinein aktiv war – zu diesem Zeitpunkt hatte Vodafone Cable & Wireless Worldwide bereits übernommen. Vodafone selbst gibt sich ahnungslos. Man habe keine Hinweise darauf gefunden, “dass es innerhalb unseres Netzwerkes Zugang auf die Infrastruktur eines anderen Unternehmens gibt”. Es sei jedoch nicht unüblich, von Regierungen Aufwandsentschädigungen zu erhalten, sollten gesetzeskonforme Dienste verrichtet werden.


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