Dienstag, den 24.02.15 11:20

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Telekom: 80 Prozent aller Haushalte erhalten bis zu 250 Mbit/s

VDSL VectoringDer vor wenigen Tagen angekündigte Regulierungsantrag der Telekom zum weiteren Vectoring-Ausbau liegt der Bundesnetzagentur offenbar mittlerweile vor. Wie der Bonner Netzbetreiber bekannt gibt, will das Unternehmen mit dem Vorstoß knapp 6 Millionen weitere Haushalte erschließen und auf lange Sicht 80 Prozent der deutschen Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s versorgen.

Telekom Vectoring-Vorstoß erzürnt Gemüter

Bereits Ende letzter Woche wurden Gerüchte laut, die Telekom wolle mit einem Regulierungsantrag den weiteren Vectoring-Ausbau an den knapp 7.900 Hauptverteilern im Bundesgebiet vornehmen. Offenbar sieht der Plan vor, ein Quasi-Monopol zu erlangen und die übrigen Wettbewerber zu verdrängen. Wie die Telekom bekannt gibt, wurde der Antrag am Montag, den 23. Februar 2015, bei der Bundesnetzagentur eingereicht.

Bislang sehen die Zusagen des Bonner Unternehmens vor, 65 Prozent aller deutschen Haushalte mit schnellen Internetraten zu versorgen. Gibt die Bundesnetzagentur dem Antrag statt, könnte die Telekom eigenen Angaben zufolge knapp 6 Millionen weitere Haushalte anbinden.

Auf lange Sicht soll die Versorgungsrate so auf bis zu 80 Prozent aller Haushalte ansteigen, an denen die Telekom Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s, auf lange Sicht sogar von bis zu 250 Mbit/s, anbieten kann. „Die Telekom setzt sich wie kein anderes Unternehmen für zukunftsfähige Netze ein“, sagt Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Telekom. „Jetzt geht es darum, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen den weiteren Vectoring-Ausbau ermöglichen.“

80 Prozent aller Haushalte mit bis zu 250 Mbit/s

Um die Pläne umsetzen zu können, muss die Bundesnetzagentur die Zugangsvoraussetzungen für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), die sogenannte letzte Meile, ändern. „Bisher ist der Vectoring-Ausbau im so genannten Nahbereich um die Hauptverteiler nicht möglich, weil es zu Störungen im Netzbetrieb kommen könnte. Der Hintergrund: Hauptverteiler sind Knotenpunkte, über die die Kabelverzweiger – die grauen Kästen am Straßenrand – angeschlossen sind. Die Vectoring-Technik wird in diesen Kabelverzweigern installiert.“, erklärt die Telekom.

Befinden sich bereits mit Vectoring ausgestattete Kabelverzweiger eines Wettbewerbers im sogenannten HVt-Nahbereich im Radius von rund 550 Metern um den Hauptverteiler, könnte es zu Störungen kommen, sollte die Telekom am Hauptverteiler ebenfalls mit Vectoring beginnen. Aus diesem Grund sieht die Regulierung strenge Kriterien zum Vectoring-Ausbau vor, der durch diese technischen Gegebenheiten nur von einem Anbieter vor Ort durchgeführt werden darf. Rund 135.000 Teilnehmeranschlussleitungen sind nach Angaben der Telekom von Wettbewerbern besetzt, etwa 1,5 Prozent aller TAL.

„Die bisherigen Nutzungsrechte der Wettbewerber verhindern aber, dass die Telekom ihr Netz im Nahbereich um die Hauptverteiler aufrüsten kann. Das hat zur Folge, dass Kunden in diesem Bereich über ihre Telefonleitung keine schnellen Internetanschlüsse mit bis zu 100 Mbit/s bekommen können.“, erklärt das Unternehmen. Betroffen sind rund 5,9 Millionen Anschlüsse. „Die Telekom beantragt daher, von der Verpflichtung, Wettbewerbern VDSL-Anschlüsse in den Hauptverteilern zu ermöglichen, befreit zu werden. Bestehende VDSL-Anschlüsse von Wettbewerbern müssten gekündigt und auf ein alternatives Produkt umgestellt werden, um eine flächendeckende Vectoring-Versorgung im Nahbereich um die Hauptverteiler zu gewährleisten.“

Vectoring Telekom

Vectoring der Telekom

Vectoring-Pläne der Telekom verdrängen Wettbewerber

Sollte die Bundesnetzagentur die Pläne genehmigen, könnten zahlreiche Wettbewerber aus bereits ausgebauten Gebieten verdrängt und bereits getätigte Investitionen vernichtet werden. Branchenverbände wie VATM befürchten, die Telekom sichere sich so erneut ein Quasi-Monopol und könnte in Zukunft über den Ausbau und die Breitbandversorgung Deutschlands entscheiden. „Wir brauchen Zugangsprodukte, die ein echter Ersatz für die sogenannte letzte Meile, die Teilnehmeranschlussleitung (TAL), sein können und im Wettbewerb um den Kunden nicht einseitig die Telekom begünstigen. Wir brauchen auch klare Regeln für die Kostentragung, wenn aufgrund der Ausbaumaßnahmen der Telekom alternative Netze im Einzelfall nicht mehr nutzbar sind.“, erklärt VATM-Präsident Martin Witt.

Die Telekom sieht in dem Vorstoß vor allem Vorteile für die Wettbewerber, die von den Ausbauten durch die Telekom profitieren können: „Genauso wie in den übrigen Gebieten erhielten sie Vorleistungsprodukte, mit denen sie ihren Kunden über die Telekom-Leitungen ebenfalls schnellere Internetanschlüsse zur Verfügung stellen könnten. Damit wären sie auch gegenüber den Kabelnetzbetreibern deutlich wettbewerbsfähiger.“ Niek Jan van Damme bestätigt: „Wir stehen für fairen Wettbewerb und Angebotsvielfalt. Auch bei schnellen Internetanschlüssen sollen die Kunden möglichst überall die Wahl haben.“


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