Donnerstag, den 05.03.15 16:50

aus der Kategorie: Mobilfunk, TopNews

Nach Forderung: Zahlen Mobilfunkkunden künftig mehr?

o2 LTE Telefonica BestandskundenNach der Fusion zwischen o2 und E-Plus befindet sich der deutsche Mobilfunkmarkt in Aufruhr. Während Telefónica angibt, die Preise auch in Zukunft stabil halten zu wollen, fordert Vodafone höhere Mobilfunkpreise, um den weiteren Netzausbau finanzieren zu können. Das Interesse der Kunden wendet sich immer mehr von den klassischen Mobilfunkdiensten ab und verschiebt sich hin zum mobilen Internet, möglicherweise der Umsatzgarant der nächsten Jahre.

Forderungen an den Mobilfunkmarkt

Im Oktober 2014 fusionierte die o2-Mutter Telefónica mit der ehemaligen KPN-Marke E-Plus und stampfte den deutschen Mobilfunkmarkt von ehemals vier auf drei Netzbetreiber ein. Mit E-Plus verschwand eines der Zugpferde der sinkenden Mobilfunkpreise, die E-Plus-Tochter Yourfone läutete vor rund drei Jahren den Preiskampf mit der ersten 20-Euro-Allnetflat ein.

Seit der erfolgreichen Fusion befindet sich der Mobilfunkmarkt in Aufruhr, Marktakteure und Verbraucher warten auf die nächsten Schritte der Netzbetreiber und befürchten steigende Preise. Vor wenigen Tagen gab Telefónica Entwarnung, Thorsten Dirks erklärte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, die Mobilfunkpreise der hauseigenen Tarife auch in Zukunft stabil halten zu wollen. Gleichzeitig setzte der Manager den Fokus auf die Datentarife und neue flexible Buchungsmodelle.

Wenige Tage zuvor forderte der Vodafone-CEO Vittorio Colao höhere Mobilfunkpreise ein, um den weiteren Netzausbau und die Implementierung des 5G-Standards stemmen zu können. Auf dem derzeit stattfindenden Mobile World Congress in Barcelona erklärte Colao: „Die Preise müssen steigen, wenn wir Investitionen in 5G haben wollen.“ Auch die derzeitige Anbietervielfalt hält er für wettbewerbsschädigend. „Wenn man zu viele Player hat, zerstört das eine Industrie. Und dann gibt es nicht mehr Wettbewerb, sondern mehr Zerstörung.“

Zahlen Mobilfunkkunden künftig mehr?

Sowohl Vodafone als auch die Telefónica-Marken o2 und BASE setzen in ihren Tarifen seit einiger Zeit eine sogenannte Datenautomatik ein. Das System bucht automatisch kleine kostenpflichtige Datenpakete mit wenigen hundert MB zu, sobald das im Tarif enthaltene Datenvolumen aufgebraucht wurde. Bei Vodafone umfassen die Nachbuchungen 250 MB zu je 3 Euro, bei o2 und E-Plus jeweils 100 MB zum Preis von 2 Euro. Bis zu dreimal stocken die drei Anbieter das Volumen auf, bei o2 und E-Plus bucht sich im Anschluss automatisch ein höheres Datenpaket.

o2 Base Vodafone Datenautomatik

Telefónica-Chef Thorsten Dirks erklärte gegenüber der Süddeutschen, welchen Stellenwert die mobile Datennutzung in Zukunft einnehmen wird: „Mit Sprache und SMS verdienen wir immer weniger. Aber: Das Gegenteil erleben wir beim Datenverkehr. Da steigt die Nachfrage – und da sehe ich große Chancen.“ Der Trend der Mobilfunkunternehmen geht schon seit einiger Zeit weg von den klassischen mobilen Kommunikationswegen hin zum mobilen Internet. Erstes Ergebnis ist die Abwendung von den bislang üblichen Flatratetarifen mit unbegrenzter Nutzung hin zu fixen Datenvolumina mit (automatischer) kostenpflichtiger Nachbuchung.

„Früher haben wir dem Kunden eine Flatrate verkauft. Darin war ein gewisses Datenvolumen enthalten. Wenn er das erreicht hat, wurde er gedrosselt. Vieles, etwa das Streamen von Musik oder gar Filmen, ist dann nicht mehr möglich. Inzwischen staffeln wir unsere Preise nach dem Datenvolumen, das dem Kunden genau das ermöglicht, was er machen will. Unsere Erfahrung: Der Kunde ist bereit, wenn er mehr Volumen nutzt, mehr zu zahlen.“ bestätigte Thorsten Dirks.

Kunden zahlen zukünftig „mehr“ für Daten

Auch wenn Telefónica die Kosten in Zukunft stabil halten will, sollten sich Kunden auf versteckte Preiserhöhungen im Datenbereich einstellen. Durch die Hinwendung zum nachbuchbaren Internet und der Abschaffung pauschaler Internetflats werden viele Kunden in Zukunft mehr für ihren Mobilfunktarif zahlen müssen als bisher. Die Preise mögen stabil bleiben, der Datenhunger der Nutzer wächst jedoch kontinuierlich an und wird durch die Zusatzkosten höhere Umsätze in die Kassen der Anbieter spülen.


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