Montag, den 21.09.15 11:34

aus der Kategorie: DSL & Telefon Gerichtsurteile

Urteil: Vodafone darf wechselwillige Kunden nicht abhalten

Vodafone ShopDas Oberlandesgericht Düsseldorf untersagt Vodafone, falsche und irreführende Aussagen gegenüber Kunden zu tätigen, die zur Telekom wechseln möchten. Obwohl das Vorgehen der Kündigung und Rufnummernportierung im Festnetzbereich festgelegt ist, versuchte Vodafone wechselwillige Kunden durch falsche Aussagen zum Bleiben zu überreden.

Vodafone dar Wechsler nicht belügen

Anbieterwechsel im Festnetzbereich unterliegen hierzulande einem festen Vorgehen. Anders als üblich nimmt nicht der Kunde die Kündigung des Vertrages vor, sondern überlässt diesen Schritt seinem neuen Anbieter, der gleichzeitig die Portierung der Rufnummer in die Wege leitet und dem alten Anbieter eine Portierungserklärung zukommen lässt. Auf dieses Vorgehen haben sich die Telekommunikationsanbieter im Rahmen des Arbeitskreises der Telekommunikationsnetzbetreiber und -hersteller geeinigt.

Offenbar versucht Vodafone dennoch, wechselwillige Kunden mit irreführenden und zum Teil falschen Aussagen von einer Kündigung abzuhalten und drängt dazu, die ordnungsgemäß ausgesprochene Erklärung zurückzuziehen. Im vorliegenden Fall wollten mehrere Vodafone-Kunden zum Konkurrenten Deutsche Telekom wechseln und beantragten bei dieser einen neuen Vertrag. Im gleichen Schritt autorisierten sie die Telekom zur Kündigung ihres Vodafone-Anschlusses und erlaubten die Portierung ihrer Rufnummer.

Kurz darauf kontaktierte der Kundensupport die wechselwilligen Kunden und fragte nach den Gründen der Kündigung. Diese gaben unter anderem an, mit den Produkten und Leistungen des Anbieters nicht mehr zufrieden zu sein und am Wechsel festhalten zu wollen. Als die Umstimmversuche der Vodafone-Mitarbeiter erfolglos blieben, erklärten sie den Kunden, dass die Kündigung über die Telekom nicht akzeptabel sei und nur vom Vertragsinhaber selbst ausgesprochen werden könne. Als Begründung gaben sie an, dass die Telekom nicht Inhaber der Verträge sei und deshalb auch keine Kündigung vornehmen könne.

Wechselkunden zur Kündigungsrücknahme gedrängt

Im weiteren Verlauf des Gesprächs drängten die Mitarbeiter die Kunden zur Rücknahme ihrer Kündigung und nahmen diesen „Wunsch“ auf Band auf. Dabei baten sie jedoch darum, wichtige Aspekte des Gespräches nicht zu nennen: „Nach weiterer Diskussion habe der Mitarbeiter der Beklagten den Zeugen darum gebeten, bei der folgenden Bandaufnahme nicht zu erwähnen, dass er wechseln wolle, weil dies für ihn bei der Mitarbeiterkontrolle ungünstig sei.“

Obwohl die Kunden ihre Vertragsverhältnisse ordnungsgemäß gekündigt hatten und dies auch wahrheitsgemäß erklärten, ließen es die Mitarbeiter auf der Bandaufzeichnung danach aussehen, als hätten sie die Kündigung freiwillig zurückgezogen. Die Folge: Wenige Tage nach dem Gespräch trudelten Schreiben Vodafones ein, die den Widerruf der Kündigung erklärten.

Urteil Gericht © Gina Sanders - Fotolia.com

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Urteil: Vodafone darf keine unwahren Behauptungen aufstellen

Die Telekom ging bereits in der Vergangenheit gegen das Geschäftsgebaren Vodafones vor und erstritt im Mai 2015 einen erneuten Sieg vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Unter dem Aktenzeichen I-2 U 4/15 untersagten die Richter dem Netzbetreiber Vodafone gegenüber wechselwilligen Kunden zu behaupten, nur sie persönlich könnten eine Kündigung aussprechen oder dass eine entsprechen Erklärung der Telekom nicht anerkannt werde.

„Erweckt ein Telekommunikationsanbieter gegenüber einem wechselwilligen Kunden den unzutreffenden Eindruck, dass eine Vertragsbeendigung nur durch den Kunden höchstpersönlich und nicht durch den neuen TK-Anbieter möglich ist, liegt ein Wettbewerbsverstoß vor“, entschied das Gericht. Bei Zuwiderhandlungen drohen bis zu 250.000 Euro Strafe.


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3 Kommentare zu Urteil: Vodafone darf wechselwillige Kunden nicht abhalten

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  1. Marc schrieb am 08.10.2015 um 10:28

    Finde ich schon wieder lustig sowas zu lesen, vor allem weil ja mit keinem Wort erwähnt wird das die Telekom genau das gleiche macht, außerdem wird es sich hier u Callcenter der Kundenrückgewinnung handeln. Wenn die Mitarbeiter schon sagen das der Kunde das nicht erwähnen soll ist doch offensichtlich das diese Art der Rückgewinnung nicht gewollt ist seitens Vodafone.

  2. Robert schrieb am 21.09.2015 um 22:13

    Nicht ohne Grund sind mehr als 300.000 Kunden bei Vodafone weggelaufen. Selbst habe ich auch schlechte Erfahrungen mit Vodafone. Besonders der Kundendienst ist schlecht.

  3. Mac schrieb am 21.09.2015 um 12:04

    Dieses Geschäftsgebahren hätte ich so einem großen Anbieter nicht zugetraut. Zum Fremdschämen

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