Samstag, den 03.10.15 11:02

aus der Kategorie: Hardware

Smartphone wirkt auf Kinder wie Drogen

© Benicce - Fotolia.comSmartphones und Handys sind nicht nur bei Erwachsenen beliebt, sondern gehören auch bei Kindern und Jugendlichen zum Lebensalltag. Nicht wenige Eltern sehen die Entwicklung mit Sorge, eine Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen gibt ihnen nun zum Teil Recht. Rund acht Prozent der befragten Kinder sind bereits Suchtgefährdet.

Smartphone-Sucht bei Kindern

Die Frage, ab wann das eigene Kind ein Handy oder Smartphone nutzen darf, beschäftigt viele Eltern früher oder später und führt mitunter zu Kontroversen. Zum einen wünschen sich Eltern, dass ihr Kind sie jederzeit anrufen kann, zum anderen haben sie Sorge, dass das Smartphone vom eigentlichen Leben oder der Schule ablenken könnte. Hinzukommt der Druck, den andere Eltern aufbauen, die ihre Kinder bereits in jungen Jahren mit hochpreisigen Geräten ausstatten.

Im Rahmen einer Studie im Auftrag der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen ermittelten Wissenschaftler, wie sich Smartphone und Handy auf den Alltag von Kindern und Jugendlichen auswirken. Befragt wurden 500 Probanden zwischen 8 und 14 Jahren, die jeweils Angaben zur persönlichen Nutzung machen und diese für sich einschätzen sollten.

Das Ergebnis: In der Altersgruppe der 13- bis 14-jährigen nutzt bereits die große Mehrheit von 86 Prozent ein Smartphone und greift täglich auf die zahlreichen Möglichkeiten der Geräte zu. Diese Entwicklung ist dabei mehr als logisch, auch in der Welt der Erwachsenen durchdringt das Smartphone immer mehr Bereiche des Alltags. Kein Wunder also, dass auch die Kinder der technikaffinen Eltern bereits früh an die Geräte herangeführt werden.

Für Kinder sind Smartphones wie Drogen

Allerdings hat die Verbreitung der Smartphones bei Kindern und Jugendlichen auch ihre Schattenseiten. Die Studie stufte immerhin acht Prozent der Befragten als Suchtgefährdet ein, die bereits jetzt eine besorgniserregende Fixierung auf ihr Smartphone zeigten. Weitere 21 Prozent nutzen ihr Handy überdurchschnittlich häufig und sind möglicherweise auf direkten Weg in die Sucht. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass häufig nicht mehr die Kinder ihr Smartphone kontrollieren, sondern die Smartphones ihre jungen Nutzer.

Handynutzer werden im Schnitt im jünger | Bild: kinderpilot.de

Handynutzer werden im Schnitt im jünger | Bild: kinderpilot.de

Dabei scheinen viele der Kinder genau zu wissen, wie sich das Smartphones auf ihr Leben auswirkt. Rund 48 Prozent gaben an, sich leicht von ihrem Gerät ablenken zu lassen, etwa von den Hausaufgaben, weitere 43 Prozent gehen eigenen Angaben zufolge zu sorglos mit persönlichen Daten um, rund 25 Prozent haben schon Nachrichten von Fremden erhalten.

Das Stresslevel stellt bereits bei jungen Menschen ein großes Problem dar, immerhin 24 Prozent fühlen sich durch die ständige Erreichbarkeit, etwa durch Messenger wie WhatsApp, gestresst und unter Druck gesetzt. Jeder fünfte Befragte (20 Prozent) gab zu, durch das Smartphone schulische Probleme zu haben.

Auch auf sozialer Eben verändert das Smartphone die Wahrnehmung, so verlagert sich beispielsweise das Mobbing in die digitale Welt. 11 Prozent der Befragten kamen bereits mit diesem Thema in Kontakt oder wurden aus WhatsApp-Gruppen ausgeschlossen. 15 Prozent beklagen, durch ihr Smartphone kaum noch echte Kontakte zu Freunden pflegen zu können.

Smartphone-Nutzung: Vier verschiedene Eltern-Typen

Auf Seiten der Eltern konnten die Wissenschaftler vier verschiedene Eltern-Typen ausmachen, die auf verschiedene Weise mit dem Thema Smartphone bei ihren Kindern umgehen. Neben den sogenannten „Laissez-faire“-Eltern, die ihren Kindern keine Vorgaben bezüglich der Smartphone-Nutzung machen und ihnen freie Hand lassen, selbst aber vor der Technik kapituliert haben, identifizierten sie auch das genaue Gegenteil, sogenannte „ängstlich-konservative Reglementierer“, die die Nutzung ihrer Kinder einschränken und dadurch auch Nachteile, etwa im Umgang mit Freunden oder dem Ansehen in der Schule, in Kauf nehmen.

Als dritte Gruppe wurden die „freundlich liberalen“-Eltern ausgemacht, die ihren Kindern vertrauen und denen der Umgang mit der Technik keine Sorgen bereitet. Gruppe vier wird von den „kindzentrierten aktiven“-Eltern belegt, die das Thema mit ihren Kindern zusammen erleben, viel mir diesen über die Smartphone-Nutzung sprechen und versuchen, einen altersgerechten Umgang zu erreichen.

Bildquelle: © Benicce – Fotolia.com


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