Samstag, den 20.02.16 09:45

aus der Kategorie: Hardware, Mobilfunk

Start der eSIM: Vor- und Nachteile des neuen Standards

Simkarten E-Plus o2Vor- und Nachteile der eSIM – Die Einführung der sogenannten embedded SIM, kurz eSIM, stößt nicht bei allen Mobilfunkkunden auf Begeisterung. Dennoch wollen sowohl Vodafone als auch o2 das neue Simkartenformat in wenigen Wochen auf den Markt bringen und in ersten Geräten nutzen. Die eSIM bietet viele Vorteile, aber auch einige Nachteile.

Start der eSIM geplant

Sowohl Vodafone als auch o2 wollen in wenigen Wochen die embedded SIM, kurz eSIM, auf den Markt bringen und stellen mit der Smartwatch Samsung Gear S2 classic 3G das erste eSIM-Gerät des deutschen Marktes vor. Die Einführungsabsichten stoßen auf viel Interesse, jedoch nicht überall auf Begeisterung.

Dabei liegen die Vorteile des neuen Simkartenformats auf der Hand: Der umständliche Wechsel der Simkarte, etwa bei einem Gerätetausch, entfällt. Auch die meist mit Kosten verbundene und zeitfressende Beantragung einer neuen kleineren Simkarte bei den Anbietern ist nicht mehr notwendig. Adapter, um bereits zu kleine Simkarten wieder in einem größeren Slot nutzen zu können, werden obsolet. Defekte bei zurechtgeschnittenen oder gestanzten Simkarten gehören ebenfalls der Vergangenheit an.

Auch für die Netzbetreiber bietet die eSIM vor allem Vorteile. So können sie die Simkartenprofile der Nutzer binnen weniger Minuten über das Internet aufspielen und den Wechsel des Geräts deutlich beschleunigen. Die derzeit bei fast allen Anbietern genutzten Simkartenbriefchen wird es in Zukunft nicht mehr geben, der Versand über den Postweg, etwa bei einem Simkartentausch, entfällt.

Anbieterwechsel wird durch eSIM vereinfacht

Für Mobilfunkkunden dürfte sich vor allem der deutlich vereinfachte Anbieterwechsel bemerkbar machen. Statt die alte gegen die neue Simkarte auszutauschen und dabei auf verschiedene Simkartenformate achten zu müssen, die ggf. zusätzliche Wartezeit und Kosten bedeuten, kann der neue Anbieter schnell und bequem über das Internet aufgespielt werden.

Möglich wird damit nicht nur der schnelle Wechsel nach 24 Monaten, sondern auch der regelmäßige Wechsel des Mobilfunkanbieters. Entsprechende Angebote vorausgesetzt, ist in Zukunft so auch eine tages- oder monatsaktuelle Anpassung denkbar – ähnlich der von Apple vertriebenen Apple SIM, mit der das Unternehmen in Zukunft vergleichbare Systeme anbieten will.

Vodafone eSIM

Ein solches kundenfreundliches Modell steht jedoch in starkem Widerspruch zu den Wünschen der Mobilfunkanbieter, die ihre Kunden möglichst lange an sich binden wollen. Entsprechend haben sich die Netzbetreiber lange gegen die Einführung der eSIM ausgesprochen und nur zögerlich auf den Trend reagiert. Dabei war es lediglich eine Frage der Zeit. Immer kleinere Geräte und neuartige Gadgets wie Datenbrillen, Smartwatches und Fitnesstracker bieten schlicht nicht mehr genügend Platz, um eine klassische Simkarte unterzubringen. Das zeigte sich bereits in der Vergangenheit mit der Umstellung der Standard-Simkarte auf die kleineren Formate Micro- und Nano-SIM.

Kunden fürchten mehr Kontrolle durch eSIM

Wie fast überall ist jedoch auch bei der eSIM nicht alles Gold was glänzt. Das neue System wird vor allem von Kunden kritisch gesehen, die eine stärkere Kontrolle der Anbieter befürchten. Mit der eSIM, so die Befürchtung, könnten die Netzbetreiber und Gerätehersteller stärker reglementieren, wer welche Dienste, welche Geräte und welche Tarife nutzen kann. Die Angst wird zusätzlich durch das Beispiel des Unternehmens Apple geschürt, welches vor rund zwei Jahre ein iPad-Model mit eSIM auf den Markt brachte und selbst bestimmte, welche Anbieter und Dienste über die Apple SIM zur Verfügung stehen.

Auch in Sachen Überwachung und Spionage sind sich viele potenzielle Nutzer unsicher und haben Sorge, dass die eSIM noch mehr Daten weiterleiten könnte als die klassische Simkarte. Obwohl Vodafone in seiner Ankündigung erklärte, die eSIM sei genauso sicher wie eine normale Simkarte, dürfte auch der Sicherheitsaspekt und die Angst vor Datenklau eine Rolle spielen.

Vodafone eSIM

Auch unsere Leser stehen der eSIM gespalten gegenüber und befürchten Datenspionage, Datenklau und mehr Nach-als Vorteile. Obwohl Vodafone angibt, das Nutzerprofil per Bluetooth auf Geräte ohne eigene Kamera übertragen zu wollen, stellt sich die Frage, wie das System bei Geräten funktioniert, die weder über eine Kamera, noch über eine Bluetooth-Schnittstelle verfügen, etwa Surfsticks oder Mobile Hotspots.

Fraglich ist zudem, ob der in den Startlöchern stehende eSIM-Standard auch der finale sein wird. Bislang konnte sich die Branche noch nicht auf ein einheitliches Vorgehen einigen und benötigt noch einige Monate, um eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung zu finden. Ein Grund, weshalb die Telekom eigenen Angaben nach, noch nicht auf den Zug aufspringen will. Da die Gefahr besteht, dass sich am jetzigen System noch einmal etwas ändert, ist es dem Unternehmen zu kostspielig und zu aufwendig, bereits verkaufte Geräte auf das mögliche neue umzurüsten.

Wie die Vodafone eSIM funktioniert, haben wir in einem separaten Artikel zusammengefasst: So funktioniert die Vodafone eSIM.


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