Montag, den 14.03.16 12:05

aus der Kategorie: Mobilfunk

Verbraucherschützer fordern klare Vorgaben für Drittanbieter-Abos

© WoGi - Fotolia.comStrengere Vorgaben für Drittanbieter-Abos – Obwohl Mobilfunkanbieter seit 2012 auf Wunsch des Kunden eine Drittanbietersperre einrichten müssen, tappen noch immer zahlreiche Smartphone-Nutzer in eine Abo-Falle. Anlässlich des diesjährigen Weltverbrauchertages fordert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen strengere Vorgaben für die Mobilfunkanbieter und konsequentere Richtlinien für die Einbuchung von Drittanbieterdiensten.

Abofallen nach wie vor ein Problem

Mit Abofallen und Drittanbieterdiensten ist so gut wie jeder Mobilfunkkunde schon einmal in Kontakt gekommen. Die wöchentlich oder monatlich erhobenen Beträge finden sich meist unverhofft auf den Mobilfunkrechnungen und lassen sich häufig nur schwer kündigen. Wie die Abos zustande kamen, bleibt meist ein Rätsel – Kaum ein Betroffener hat der Buchung aktiv zugestimmt und sich diese durch einen ungewollten Klick auf ein Werbebanner oder eine andere versteckte Vertriebsstrategie eingefangen.

Die Mobilfunkanbieter schieben die Verantwortung meist von sich und verweisen auf die Firmen hinter den Abos. Dennoch ziehen sie mit der monatlichen Mobilfunkrechnung die angefallenen Gebühren ein und sperren zum Teil den gesamten Anschluss, sollten Betroffene der Zahlung der unerwünschten Abo-Gebühren nicht nachkommen.

Um sich vor den Drittanbieterdiensten zu schützen, können Mobilfunkkunden seit 2012 eine Drittanbietersperre bei ihrem Anbieter beantragen, die das sogenannte WAP-Billing, das Begleichen von Forderungen Dritter über die Mobilfunkrechnung, unterbindet und ungewollte Abo-Verträge verhindert.

Verbraucherschützer fordern strengere Vorgaben

Der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen geht dies jedoch noch nicht weit genug. Ihren Angaben nach tappen jährlich noch immer tausende Kunden in eine versteckte Abo-Falle und bemerken das Dilemma erst auf der nächsten Mobilfunkrechnung. Zahlreiche Nutzer sind zudem überhaupt nicht darüber informiert, dass sie sich mit einer Drittanbietersperre schützen können.

verbraucher

„Bei Abschluss eines Mobilfunkvertrags muss die Drittanbietersperre künftig zwingend vom zuständigen Provider voreingestellt werden“, fordert Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, anlässlich des am 15. März 2016 stattfindenden Weltverbrauchertages. „Die Verantwortung für Schutz vor Missbrauch von Firmen, die Smartphone-Kunden unerkannt und ohne Zustimmung Abos andrehen und die Kosten dafür auch noch über das Abrechnungssystem des jeweiligen Mobilfunkanbieters eintreiben, kann nicht länger allein auf die Kunden abgewälzt werden.“

Die Verbraucherzentrale kritisiert unter anderem das noch immer häufig genutzte Platzieren von Abo-Diensten in Werbebannern, die meist so angeordnet werden, dass sie vom Kunden auch angetippt werden – etwa durch das unvermittelte Aufploppen innerhalb einer App in der Nähe wichtiger Schaltflächen. Doch auch die Mobilfunkanbieter werden in die Pflicht genommen, die das eigentlich als kundenfreundliche Maßnahme geplante WAP-Billing ohne nähere Kontrolle für Drittanbieterforderungen zugänglich machen.

„Damit Smartphone-Nutzer nicht den Kosten-Überblick verlieren, werden sämtliche Posten für Leistungen – auch für die von externen Anbietern – auf der monatlichen Telefonrechnung aufgeführt und von den Mobilfunkunternehmen abgebucht“, erklärt die Verbraucherzentrale das System. „Lachende Dritte im Hintergrund sind unerkannt bleibende Firmen, die die Möglichkeiten dieses so genannten WAP-Billings dreist für ihre Zwecke nutzen, indem sie Mobilfunkkunden jeden Monat Kosten für erschlichene Vertragsschlüsse und nie erbrachte Leistungen berechnen.“

Drittanbietersperre nicht als Schutz ausreichend

Die seit 2012 gesetzlich verankerte Drittanbietersperre sieht die Verbraucherzentrale nicht als wirksame Maßnahme gegen unerwünschte Abo-Fallen an. Viel Kunden wüssten gar nicht, dass es diese Möglichkeit gibt, heißt es. Andere haben keine Kenntnis darüber, wie sie sich einrichten lässt. „Die Mobilfunkfirmen weisen außerdem nicht deutlich genug auf die Sperre hin. Deshalb erweist sich die Drittanbietersperre bislang als untaugliches Instrument für eine Abwehr der Smartphone-Abzocke.“

Abo

 

Auch die Zuständigkeiten sind in der Regel unklar. Obwohl die Mobilfunkanbieter bei einem Abo meist auf den im Ausland sitzende und nicht greifbaren Drittanbieter verweisen, ziehen sie die Kosten über die Mobilfunkrechnung ein und sperren den gesamten Anschluss, wenn Kunden die unberechtigten Drittanbieterforderungen nicht bezahlen: „Unter dem Druck der Anschlusssperre begleichen letztendlich viele Kunden dann auch unberechtigte Zahlungsforderungen von Dritten.“

„Damit Kunden unberechtigte Forderungen zurückweisen und sich wirksam dagegen wehren können, muss in der Rechnung klar genannt werden, wer der Inhaber von strittigen Rechnungsposten und damit Ansprechpartner ist“, fordert Wolfgang Schuldzinski. Entsprechende Vorgaben müssten endlich gesetzlich verankert und für alle Anbieter, Netzbetreiber und Discounter verpflichtend werden.

Bildquelle: © WoGi – Fotolia.com


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