Dienstag, den 21.06.16 14:03

aus der Kategorie: DSL & Internet

BnetzA überarbeitet Vectoring-Entscheidungsentwurf

Telekom BreitbandÜberarbeiteter Vectoring-Entscheidungsentwurf – Wie vor wenigen Tagen angekündigt hat die Bundesnetzagentur einen überarbeiteten Vectoring-Entscheidungsentwurf vorgelegt. Die bisherige Ausführung hatte die Aufsichtsbehörde nach Kritik von der Europäischen Kommission zurückgezogen und eine Nachbesserung vorgenommen.

Vectoring-Antrag der Telekom

Seit Frühjahr 2015 versucht die Telekom die Bundesnetzagentur zu einer Regulierung der Vectoring-Technik zu bewegen. Der Antrag des Unternehmens sieht nahezu exklusive Ausbaurechte an den rund 8000 deutschen Hauptverteilern und deren Nahbereichen vor, im Gegenzug will die Telekom Zusagen zu einem verstärkten Ausbau machen.

Die Vectoring-Technologie ermöglicht Datenraten von bis zu 100 Mbit/s über Kupferkabel, kann jedoch nur von einem Anbieter ausgebaut werden. Mit Vectoring besetzte Knotenpunkte stehen für Wettbewerber nicht mehr zur Verfügung. Die Sorge der Konkurrenz ist dementsprechend groß, dass die Telekom mit Erlaubnis der Bundesnetzagentur die wichtigen Hauptverteiler belegt und Wettbewerber vom Zugang ausschließt.

Den Vorschlägen der Telekom hatte die Bundesnetzagentur in den meisten Punkten zugestimmt, scheiterte jedoch vor der Europäischen Kommission, die Bedenken zur Wettbewerbssituation äußerte. In den Augen der EU wird durch einen nahezu exklusiven Zugang der Telekom der Wettbewerb in Deutschland gefährdet, der Entscheidungsentwurf musste überarbeitet werden.

Überarbeiteter Vectoring-Entscheidungsentwurf

Den überarbeiteten Vectoring-Entscheidungsentwurf hat die Bundesnetzagentur am Dienstag, dem 21. Juni 2016, vorgelegt und eigenen Angaben nach entsprechend angepasst. Kernstück der neuen Version sind der Zugang von Wettbewerbern zu den Knotenpunkten, um ihrerseits Vectoring anbieten zu können, der Erhalt bereits bestehender Infrastrukturen und die Realisierung von Vorleistungsprodukten, so dass Konkurrenten an den Hauptverteilern eigene Produkte anbieten können, die nicht mit dem Vectoring der Telekom kollidieren.

Im ersten Entwurf sollten Konkurrenten der Telekom nur an einem kleinen Teil der Hauptverteiler selbst Vectoring anbieten können, nämlich an rund 350 der insgesamt knapp 8000 Knotenpunkten. In der neuen Version wurde die Anzahl nahezu verdreifacht. Außerdem sollten bereits bestehende, von Wettbewerbern ausgebaute Infrastrukturen abgebaut werden, sollten sie dem Vectoring-Ausbau der Telekom im Wege stehen. Im aktuellen Entwurf sollen hingegen bereits ausgebaute Bereiche besser geschützt werden, sodass Investitionen nicht ohne weiteres vernichtet werden können.

VDSL Vectoring

Auch der Zugang von Wettbewerbern an von Vectoring belegten Knotenpunkten wurde vereinfacht. Bislang wollte die Telekom lediglich einem Anbieter erlauben, ein Vorleistungsprodukt an einem Vectoring-Verteiler anzubieten. Die Europäische Kommission hatte jedoch kritisiert, dass in diesem Fall die Produktauswahl für die Kunden zu gering sei und der Wettbewerb zum erliegen komme. Im neuen Entwurf sollen nun mehrere Anbieter gleichzeitig eigene Produkte anbieten können und eine höhere Produkt- und Preisvielfalt bieten. Hinzukommen vereinfachte Bedingungen, um brach liegende Technik der Telekom zu nutzen oder Kabelkanäle parallel mit eigener Infrastruktur zu füllen.

Ob der überarbeitete Vectoring-Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur alle Zweifel der Europäischen Kommission ausräumen kann, bleibt abzuwarten. Die EU-Kommission und das Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (BEREC) haben nun einen Monat Zeit, zum neuen Entwurf Stellung zu nehmen.


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