Montag, den 30.07.18 15:45

aus der Kategorie: Mobilfunk

Jeder vierte Verbraucher hat schon unwissentlich Verträge abgeschlossen

Unwissentlich Verträge abgeschlossen – Jeder vierte Verbraucher hat bereits unwissentlich Verträge abgeschlossen, ergab eine Untersuchung der Marktwächter der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Auch die Frage, ob sie einem Unternehmen eine telefonische Werbeerlaubnis erteilt haben, können viele Verbraucher nicht beantworten.

Unwissentlich Verträge abgeschlossen

Eine Untersuchung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ergab, dass jeder vierte Verbraucher bereits einen Vertrag abgeschlossen hat, ohne davon zu wissen. Doch auch wenn die Tatsache des Vertragsabschlusses bekannt ist, erhielten 49 Prozent der Befragten andere Konditionen als im Vorfeld abgesprochen. Zum Teil gaben die Mitarbeiter der Unternehmen dabei bewusste Falschinformationen, etwa zum Laufzeitende, heraus, um den Kunden zum Abschluss eines Neuvertrages zu verleiten.

„Einerseits wird hier auf die Unkenntnis des Verbrauchers gesetzt, andererseits werden vom Verkäufer sicherlich auch Formulierungen verwendet, die Missverständnisse zum Vorteil des Anbieters provozieren“, erklärt Tom Janneck, Teamleiter Marktwächter Digitale Welt bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Das Problem tritt nicht nur bei Telefon- und Onlinegeschäften auf, sondern auch beim persönlichen Kontakt im Geschäft. Die Mitarbeiter forderten von den Kunden zum Teil die Quittierung eines Beratungsgesprächs mit einer Unterschrift. Tatsächlich wurde diese später zum Abschluss unerwünschter Verträge genutzt. Da es im Shop kein Widerrufsrecht gibt, haben Verbraucher oft das Nachsehen. „Dieser muss im Falle eines Rechtsstreites beweisen können, dass ein Vertragsschluss seinerseits gar nicht gewollt war. Unternehmen sitzen hier schlichtweg am längeren Hebel“, so Tom Janneck. „Die Betroffenen bleiben schnell auf drei- bis vierstelligen Schadenssummen sitzen.“

Streitthema Telefonwerbung

Auch bei der Frage, ob sie ihrem Anbieter tatsächlich die Erlaubnis zur telefonischen Werbung gegeben haben, sind sich mehr als die Hälfte der Befragten unsicher. „Bereits 55 Prozent der befragten Verbraucher wissen nicht, ob sie dem Unternehmen eine entsprechende Einwilligung für Telefonwerbung gegeben haben, und inwiefern die Kontaktaufnahme zulässig war. Es ist auch schlichtweg nicht realistisch zu erwarten, dass Verbraucher sich an alle Unternehmen erinnern, denen sie möglicher Weise vor vielen Jahren eine Einwilligung erteilt haben.“

Deshalb fordern die Verbraucherzentralen eine „Bestätigungslösung“, um dem lukrativen Geschäftsmodell der (unerlaubten) Telefonwerbung die Grundlage zu entziehen. Otmar Lell, Leiter des Teams Recht und Handel beim Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., erklärt:

Wir fordern schon seit langem, dass lästigen Werbeanrufen durch den Entzug des wirtschaftlichen Anreizes ein Ende gesetzt wird. Bislang sind die im Rahmen solcher Telefonate geschlossenen Verträge trotz Missachtung des Verbots in der Regel wirksam. Um unseriösen Unternehmen diesen wirtschaftlichen Anreiz zu nehmen, verlangen wir die Einführung einer Bestätigungslösung: Verbraucher müssten dann einen telefonisch geschlossenen Vertrag zunächst in Textform, beispielsweise per E-Mail, bestätigen. Daneben sollte die Einwilligung in die Telefonwerbung ausdrücklich zeitlich befristet werden.


Werde jetzt Mobilfunk-Talk Online-Redakteur

Jetzt kommentieren (0)

Zur Diskussion im Forum:

Tipp: Nur für kurze Zeit - Callya Freikarte oder o2 Freikarte oder BASE SIM-Karte oder Telekom Freikarte kostenlos bestellen!

Kommentare zu Jeder vierte Verbraucher hat schon unwissentlich Verträge abgeschlossen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Profilbilder bei Gravatar
Startseite | Datenschutz | Impressum