Donnerstag, den 08.03.12 16:30

aus der Kategorie: Mobilfunk

Bitkom kritisiert vorgeschlagenes Handypfand von 10 Euro

Der Vorschlag der Bundestagsfraktion B90/Die Grünen ein Pfand auf Mobiltelefone einzuführen, um so das Recycling von Althandys zu befördern, stößt beim IT-Branchenverband Bitkom auf Ablehnung. Man fürchtet einen unverhältnismäßigen bürokratischen Aufwand, so der Geschäftsführer.

Über 80 Millionen alte Handys

Die Grünen haben im Bundestag das Problem der Entsorgung alter Handys aufgegriffen und schlagen ein Handypfand von 10 Euro vor. Rund 83 Millionen von Altgeräten mit wertvollen Rohstoffen sollen in deutschen Schubladen ruhen, so eine Statistik von Bitkom. Ihr Vorschlag: Ein Pfand für Handys einführen, dass die nötigen Anreiz gibt, die Geräte wieder zurückzugeben, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Doch der größte deutsche IT-Branchenverband ist gegen eine solche Lösung.

“Handys sind keine Dosen”, sagte Biktom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder und spielte damit auf das vor einigen Jahren eingeführte Dosenpfand an. Der bürokratische Aufwand eines solchen Pfandsystems steht in seinen Augen in keinem Verhältnis mit dem tatsächlichen Nutzen. Des Weiteren glaubt er, dass es die bisherigen Rücknahmesysteme zerstören würde, an dieses möchte Bitkom aber festhalten.

Recycling für guten Zweck

Alle deutsche Mobilfunkbetreiber bieten ihren Kunden eine kostenlose Rücknahme von alten und defekten Geräten an. Hierfür kann man kostenlos in Handygeschäften oder im Internet portofreie Versandumschläge erhalten. In einigen Fällen nehmen die Handyshops auch einfach so an. Oftmals tut man so auch etwas für den guten Zweck, denn einigen Unternehmen spenden für die zurückerhaltenen Mobiltelefone einen kleinen Beitrag an Umweltorganisationen.  „Auf diesem Weg fließt jedes Jahr ein Millionenbetrag an karitative Organisationen. Mit einem Zwangspfand würde dieses Spendenverfahren praktisch gestoppt “, bemerkte Rohleder am Rande der CeBit in Hannover.

Bitkom-Studie: Nur jeder fünfte gibt sein Handy zum Recycling ab

Das Reycling von Handys ist angesichts des Rohstoffmangels von wachsender Bedeutung. Bis zu 80 Prozent der Materialien können wiederverwendet werden. Besonders die Edelmetalle und seltene Erden, die in kleinen Mengen in der Elektronik stecken, sind von Wert. Rohleder: „Zwar sind die Rohstoff-Mengen in jedem einzelnen Handy gering, in Summe kann daraus ein erheblicher Beitrag zum schonenden Umgang mit knappen Ressourcen werden.“

Bei Handys geht man von einer Lebensdauer von etwa deri bis vier Jahren aus, so ist die hohe Anzahl von Altgeräten zu erklären, die noch in deutschen Haushalten schlummern. Laut Bitkom haben etwa zwei Drittel der Verbraucher noch ein altes Handy zuhause, das sie nicht mehr brauchen.


Björn Mohr

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