Montag, den 18.12.17 11:25

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Teilweise Ungültig: Bundesnetzagentur verlangt Nachbesserung bei Telekom StreamOn

Nachbesserung bei Telekom StreamOn – Nachdem die Bundesnetzagentur die StreamOn Option der Telekom in Teilen für Unzulässig erklärt hat, konnte der Netzbetreiber Stellung beziehen. Nun verlangt die Aufsichtsbehörde konkrete Nachbesserungen und droht mit einem Zwangsgeld.

StreamOn in Teilen unzulässig

Seit April 2017 bietet die Telekom ihren Kunden mit der StreamOn Option ein Zero-Rating-Angebot an, mit dem zahlreiche Partnerinhalte ohne Verbrauch des Datenvolumens gestreamt werden können. Allerdings rief die Offerte auch Kritiker auf den Plan, die mit der Priorisierung bestimmter Daten die Netzneutralität gefährdet sahen. In einer Überprüfung stellte die Bundesnetzagentur fest, dass StreamOn tatsächlich teilweise gegen diese Grundsätze verstößt.

Die Aufsichtsbehörde hatte der Telekom daraufhin zwei Wochen Zeit gegeben, um auf die Ergebnisse zu reagieren. Die Frist wurde kurz darauf verlängert und ist am 10. November 2017 ausgelaufen. Details zur Stellungnahme gibt es nicht, allerdings scheinen die Argumente die Bundesnetzagentur nicht überzeugt zu haben.

Telekom muss nachbessern

Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, muss die Telekom das hauseigene StreamOn Angebot nun tatsächlich nachbessern. Die Aufsichtsbehörde hat Teile des Angebots für unzulässig erklärt. „StreamOn kann weiterhin von der Telekom angeboten werden. Im Interesse der Verbraucher sind aber Anpassungen bei der Ausgestaltung notwendig“, erklärt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „StreamOn muss dem Roam-Like-At-Home-Prinzip entsprechen und Kunden muss Videostreaming in einer ungedrosselten Bandbreite zur Verfügung stehen. Im Interesse der Kunden sorgen wir dafür, dass StreamOn den Vorgaben zu Roaming und zur Netzneutralität Rechnung trägt.“

Weiterhin heißt es:

Das Gleichbehandlungsgebot ist ein Eckpfeiler der europäischen Regelungen zur Netzneutralität. Das Gleichbehandlungsprinzip hat das Internet zum Innovationsmotor gemacht. Die Vielfalt der Anwendungen und Dienste kommt allen Verbraucherinnen und Verbrauchern zugute. Das Verbot der Drosselung von Videostreaming sichert nicht nur die Vielfalt des Internets, sondern stärkt auch die Anbieter von Videostreaming-Diensten, die auf höherauflösende Inhalte setzen.

Bundesnetzagentur droht mit Zwangsgeld

Konkret muss die Telekom Anpassungen beim Roaming vornehmen und die StreamOn-Inhalte auch im europäischen Ausland anbieten. Bislang gilt die datenneutrale Nutzung lediglich innerhalb Deutschlands, im EU-Ausland wird das Datenvolumen normal vom Gesamtkontingent abgezogen. „Grundsätzlich muss das Roam-Like-At-Home-Prinzip für alle Tarife gelten, die Roaming im EU-Ausland ermöglichen“, meint die Bundesnetzagentur.

Bundesnetzagentur homann

Jochen Homann, Präseident der Bundesnetzagentur

Weiterhin muss die Telekom beim Videostreaming nachbessern. In den MagentaMobil L-Tarifen stellt das Unternehmen Videos lediglich in SD-Qualität bereit, während in höherwertigen Tarifen HD-Inhalte inklusive sind. „Nach den Ermittlungen der Bundesnetzagentur liegt für diese Reduzierung der Datenübertragungsrate kein objektiv technischer Grund vor, denn Videodienste erfordern keine Drosselung. Umgekehrt stellt die Leistungsfähigkeit eines individuellen Netzes nach den geltenden Vorschriften keinen Grund für die Beschränkung der Datenübertragungsrate bei datenintensiven Verkehren dar“, so die Bundesnetzagentur.

Für die Umsetzung der Anpassungen hat die Telekom bis Ende März 2018 Zeit. Kommt sie den Forderungen nicht nach, droht die Bundesnetzagentur ein Zwangsgeld an. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Ende von StreamOn?

Ob und wie die Telekom die Forderungen umsetzen wird, bleibt abzuwarten. Vor allem die Bereitstellung im EU-Ausland stellt einen hohen Kostenfaktor dar, der das Angebot schnell unrentabel machen kann. Wie Teltarif berichtet, hat die Telekom bereits Maßnahmen angekündigt und will rechtlich gegen die Entscheidung der Bundesnetzagentur vorgehen. Für StreamOn Kunden ändert sich jedoch vorerst nichts, der Dienst bleibt weiterhin in bekannter Ausrichtung bestehen.


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