Mittwoch, den 11.07.12 10:15

aus der Kategorie: Nokia, Nokia Testberichte, TopNews

Testbericht: Das Nokia 808 PureView im Test

„41”. Sehr nah dran, an der „Antwort auf Alles” aus der Roman-Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis” von Douglas Adams. Denn Nokias Antwort auf alle Kamerasmartphones ist das Nokia 808 PureView mit 41 Megapixeln. Nominal. Am Ende werden es nur 38 MP. Folgt uns in unserem ausführlichen Nokia 808 Testbericht auf eine Reise in die Galaxie der Pixel.

Der Lieferumfang

Nokia war bisher immer sehr großzügig mit Zubehör: ein Composite-Kabel gehörte ebenso zum Standard, wie Adapter für HDMI oder USB-OnThe-Go. Beim Lumia 800 war es hingegen eine passgenaue Silikonhülle. Bei Ankündigung des Nokia 808 PureView  war sogar von einem mitgelieferten Stativ die Rede! Doch leider fällt der Inhalt sehr ernüchternd aus: Kopfhörer, USB-Ladekabel, Netzadapter. Trageschlaufe. Fertig. Der Sparzwang zeigt deutlich seine Spuren. Für Käufer, die vorher bereits ein Nokia besaßen überhaupt kein Beinbruch, doch für Neukäufer erlebt man nun, was bei anderen bereits zur Tagesordnung gehört: Zubehör kaufen.

Gehäuse und Design

Von Vorne betrachtet sieht das 808 wie jedes andere Symbian-Smartphone aus. Rote und Grüne Hörertaste, Menütaste sowie die üblichen Sensoren und eine Frontkamera. Dazu gesellen sich an der Seite noch der Auslöser für die Kamera, die Sperrtaste und die Lautstärkeregelung. Auch von oben könnte man das PureView glatt mit einem aktuellen Symbian verwechseln – Kopfhörerbuchse, HDMI-Ausgang und der microUSB-Port. Erst umgedreht enthüllt man das riesige Monster: „Carl Zeiss 41MP sensor”, darüber die Linse, dann noch ein Xenon-Blitz. Wie eine Beule ragt es aus dem angerauten, robusten Plastikgehäuse. Würde man in Douglas Adams „Handbuch” nachschlagen, es müsste lauten: „PureView, Nokia 808; bestes Kamerasmartphone auf dem Planeten Erde”. Kommen wir deshalb ohne Umschweife auf die Kameraqualitäten zu sprechen.

Die Kamera

Der verbaute Sensor kann bis zu 41 Megapixel erkennen, die Bilder werden allerdings je nach Seitenverhältnis entweder im 4:3-Format mit 38 MP oder im 16:9-Format mit „nur” 34 MP aufgenommen. Beide Einstellungen fressen enorm viel Speicherplatz, zwischen 7-15 MB kann ein Foto ausmachen, je nach Motiv. Da ist der interne Speicher mit 16 GB schnell voll, die microSD Speicherkarte kann mit bis zu 32 GB Entlastung bringen, ist jedoch nicht Hot-Swap-fähig. Außerdem verzichtet man in diesem Moment auf den digitalen Zoom. Der wird erst freigeschaltet, wenn man moderate Auflösungen von acht, fünf oder zwei Megapixeln anwählt.

Normalerweise arbeitet ein Digitalzoom verlustbehaftet. Das Ergebnis kennen wir alle: verpixelte und unscharfe Bilder bei Digitalzoom. Das Nokia 808 nutzt aufgrund des riesigen Sensors mehr Pixel, als man später auf einem 8 Megapixel sieht. So kann man bis zu vierfach hineinzoomen – ohne Qualitätsverlust.

Viele Funktionen für optimales Foto

Auch ohne Zoom entstehen enorme Bilder, denn mehrere Pixel werden zu einem „Superpixel” zusammengenommen, wie das Nokia nennt. Die Folge sind sehr scharfe Bilder mit kräftigen Farben, schönen Kantenverläufen und einem erstklassigen Weißabgleich; hier stimmt einfach alles. Und wenn doch einmal Bedarf zum Nachjustieren besteht, bietet das Kameramenü alle Funktionen, die man von einer semi-professionellen SLR erwarten würde: Speicherplätze für persönliche Einstellungen, Schärfe-, Sättigungs-, Kontrastabgleich, Belichtungsreihe, Intervallprogramme oder ganz einfach Vollautomatik.

Videoaufnahmen in Full-HD

Ähnlich gut präsentiert sich das Nokia 808 PureView im Videomodus, auch hier liefert der Sensor mehr Pixel als Full-HD-Aufnahmen benötigen, entsprechend detailreich und knackig werden die Videos. Und wie zu erwarten, steht auch hier der Zoom hilfreich zur Seite, um Objekte näher heran zu holen. Das 808 vereint die Qualitäten einer hochwertigen Kompaktkamera, eines guten Full-HD-Camcorders und eines… ja, kann man Symbian als Smartphone OS zählen?

Nokia 808 verwendet Symbian

Was vielen nicht bewusst ist: Symbian ist eines der ältesten Smartphone-Betriebssysteme auf dem Markt. Das sieht man Symbian auch an. Es ist aber auch ein System, das man nach Herzenslust anpassen kann, das ein nutzerzugängliches Dateisystem nutzt und das dem Nutzer fast keine Restriktionen aufdrängt. Dateien oder Kontakte per Bluetooth verschicken? Kein Problem. Eine E-Mail im Offline-Modus vorlesen lassen? Natürlich. Doch es kann sein Alter nicht verbergen, im Laufe der Jahre kam immer mehr Programmcode hinzu und so wurde das System immer träger, instabiler und insbesondere unübersichtlicher.

Nachteile gegenüber anderen Systemen

Symbian hat weder den Sex-Appeal einer iOS-Oberfläche, noch die fortschrittlichen Features eines Android, geschweige denn das schnelle Arbeitstempo wie Windows Phone 7.5. Doch durch den 1,3 GHz Single-Core Prozessor gibt es ausreichend Dampf: Programme starten zügig, das Surfen im Netz macht wieder Spaß. Nur die Desktop-Seite von YouTube zwingt das Gerät in die Knie und lässt ein leichtes Stocken aufkommen.

Richtig erfrischend surft es sich ohnehin nicht, denn das 4 Zoll Amoled liefert zwar unwahrscheinlich gute Farben, löst jedoch nur mit mickrigen 360 x 640 Pixeln auf, das ist allenfalls Einsteigerklasse, wie beim HTC Desire C. Aktuelle Smartphones mit einem ähnlichen Preis von 500 Euro protzen da mit 720 x m1280 px und Quad-Core-CPU. Hier springt der microHDMI-Port ein, der selbst Auflösungen mit Full HD meistert. So steht dem Videovergnügen am heimischen Fernseher nichts im Wege. Allerdings spart Nokia beim Zubehör: ein HDMI-Adapter fehlt. Mit einem USB-On-The-Go-Adapter würde das Nokia 808 sogar Daten direkt von einem USB-Stick lesen können, doch auch dieser fehlt. Den Vorgängermodellen lag dieses Zubehör immer bei, Nokia muss nunmal sparen.

Preise und Verfügbarkeit

Das Nokia 808 PureView ist per sofort erhältlich und kostet bei Notebooksbilliger rund 600 Euro. Bei Amazon sind zwar Notebooks nicht billiger, dafür jedoch Smartphones, das Nokia 808 wird ab 580 Euro aufwärts gelistet. Weniger gierig ist man bei getgoods.de, wo man es schon für 550 Euro listet.

Unser Fazit:

Das Nokia 808 PureView ist ein Spezialist für Multimedia. Videos und Fotos werden mit einer bisher ungesehenen Qualität aufgenommen, das schafft sonst kein anderer Hersteller. Hinsichtlich der Aktualität des Betriebssystems und seiner Bedienbarkeit hechelt Symbian den Mitbewerbern hinterher. Es wird zwar weiterentwickelt, doch Nokia setzt hauptsächlich auf Windows Phone. Wer auf Symbian setzt, erhält zwar ein grundsolides OS, muss sich aber auch damit abfinden, dass viele aktuelle Apps nicht für sein Smartphone angeboten werden. Ob der Kompromiss sich lohnt?

Was meint ihr: Werdet ihr das Nokia 808 PureView wegen seiner Kamera kaufen? Oder seid ihr mit der Bildqualität Eures jetzigen Smartphones zufrieden?


Kai Zantke

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