Freitag, den 15.05.15 16:58

aus der Kategorie: Mobilfunk, TopNews, Vodafone

BA Bound LLC Abo zockt tausende Mobilfunkkunden ab [Update]

© Creativa - Fotolia.comEigentlich sollte ein neues Gesetz der Regierung gegen Kostenfallen im Internet die Abo-Abzocke von ungewollten Mobile Abonnements endgültig bekämpfen. Doch die Gesetze scheinen von immer mehr Abo-Anbietern einfach ausgehebelt zu werden, denn nach der großen Nidonoline-Abzocke werden nun tausende Mobilfunkkunden von dem Dienst BA Bound LLC abgezockt.

BA Bound LLC zockt Mobilfunkkunden ab

Nachdem es um die Abo-Abzocke von Nidononline ruhig geworden ist, ist ein anderer Abo-Anbieter mit dem Namen „BA Bound LLC“ auf der Bildfläche erschienen. In unserem und anderen Foren häufen sich seit dem 1. April 2015 die Beschwerden über ungewollte Abos. Von der neuen Welle scheinen derzeit ausschließlich Kunden von E-Plus, Vodafone und mobilcom-debitel betroffen zu sein, was in der Regel ein erster Hinweis auf ein „untergeschobenes“ Abo ist. Dies bestätigt sich auch in ersten Beiträgen von betroffenen Nutzern.

So schreibt ein Nutzer in unserem Forum: „Ich habe das selbe Problem das ich das Abo abgeschlossen habe, ohne das ich etwas getan habe. Ich habe lediglich nur ein Pop-up weggedrückt und kurz daraufhin bekam ich eine SMS das mich das jetzt 6,99€ in der Woche kostet.„, von einem weiteren Betroffenen heißt es: „Habe vor kurzem wohl ausversehen beim surfen auf ein Banner geklickt bzw. weiß ich es nicht mal genau. Auf jeden Fall bekam ich die SMS plötzlich ich hätte ein Abo bei der BA Bound abgeschlossen…

Nach dem Klick erhielten Vodafone-Mobilfunkkunden folgende SMS von der Kurzwahl 60660: „Vodafone: Ihre Bezahlung von 6.99 Euro für Ihr Abo bei Gee-Max Abo ist erfolgt. Im Internet auf vodafone.de/abo finden Sie Ihre Abos auf einen Blick„. Da das Thema in unseren Forum binnen eines Monats bereits über 10.000 Hits aufweist, gehen wir derzeit von weit über zehntausend abgezockten Mobilfunkkunden aus.

mTan-Betrug

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Gebühren von BA Bound Abo zurückholen

In Deutschland gilt seit August 2012 ein Gesetz gegen Kostenfallen im Internet, welches besagt, dass ein Abo/Vertrag nur durch anklicken eines Buttons mit dem Text “zahlungspflichtig bestellen” oder einer ähnlichen Formulierung zustande kommt. Wie bei dem Abo-Anbieter Nidononline wird BA Bound LLC über den Payment-Dienstleister www.mobile-info.cc (DIMOCO Europe GmbH) realisiert – nur ein Zufall?

Was können Mobilfunkkunden tun? Meist zeigen sich Mobilfunkanbieter trotz der offensichtlichen Abzocke wenig kulant und verweisen ihrerseits auf den Mehrwertdienstanbieter. Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass eine Kontaktaufnahme in den wenigsten Fällen zum Ziel führt. Da eine Vertragsvereinbarung für die Berechnung von Beträgen nur mit dem Mobilfunkanbieter besteht, sollte dieser kontaktiert werden. In diesem Fall sollten Kunden den Mobilfunkanbieter schriftlich per FAX/Einschreiben informieren und den strittigen Rechnungspositionen widersprechen. Für den rechtzeitigen Widerruf gilt eine Frist von 8 Wochen nach Erhalt der Rechnung. Wurde eine Einzugsermächtigung erteilt, sollte diese im Schreiben gleichzeitig widerrufen und eine Rückbuchung des gesamten Rechnungsbetrags bei der Hausbank angewiesen werden. Gleichzeitig wird der um die strittigen Entgelte gekürzte Rechnungsbetrag an den Anbieter überwiesen. Die Rückbuchung und Überweisung sollte auch im Schreiben vermerkt werden, um eine Sperrung des Mobilfunkanschlusses zu vermeiden. Ein entsprechendes Muster-Formular finden Betroffene bei der Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen.

Kunden fördern indirekt Abo-Zocke

Am Dilemma der zunehmenden unberechtigten Abo-Abzocke sind Mobilfunkkunden nicht ganz schuldlos. Laut den Beiträgen in unserem und anderen Foren nimmt die überwältigende Mehrheit die unrechtmäßigen Abo-Kosten (evtl. aus Scham wegen Schmuddelseiten) einfach hin. Der Großteil der Kunden gibt sich schon damit zufrieden, eine Lösung für die Beendigung des aktiven Abos zu finden, welche oftmals aus einer Drittanbietersperre besteht. Der Mobilfunkanbieter wird wegen den unberechtigten vorausgegangenen Kosten aus Bequemlichkeit nur sehr selten kontaktiert.

Bezeichnet dafür ist ein Beitrag im Vodafone-Forum, hier bedankt sich ein Betroffener für die Einrichtung einer Drittanbietersperre: „Hammer Service. Ich wäre schon zufrieden, wenn man mir erklärt hätte wie ich das lösen kann. Aber so bequem und Serviceorientiert an die Sache ran zu gehen wie Susanne (Vodafone) ist ganz großes Tennis. Danke.“ Solange dieses Rechtsverständnis weiterhin in den meisten Köpfen der Mobilfunkkunden schwebt, ist es schwierig den unseriösen Abo-Dienstleistern das Handwerk zu legen. Gefragt ist vor allem die Verbraucherzentrale, welche aber nur mit Hilfe von vielen Betroffen Druck auf das Verbraucherministerium ausüben kann, um entsprechende Gesetze weiter zu verschärfen.

Stellungnahme der Mobilfunkanbieter

Auf Nachfrage bei der Vodafone Pressestelle konnte die Sicherheitsexperten des Mobilfunkanbieters bisher keinen Verstoß beim Bestellvorgang des BA Bound Abos rekonstruieren. Da jedoch mehrere unabhängige Kundenhinweise des Missbrauchs vorliegen, wurde der Premiumanbieter am 10. Mai vorläufig gesperrt. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Vodafone legt großen Wert darauf, Kunden vor betrügerischen Abofallen zu schützen. Wir sorgen bei entsprechenden Hinweisen grundsätzlich dafür, dass die Hintermänner kein Geld aus aufgezwungenen Abos einziehen können. Auch in diesem Fall haben wir den Zahlungsfluss zu dem Anbieter vorsorglich gestoppt. Vodafone-Kunden werden – trotz Bestätigungs-SMS – keine Kosten des umstrittenen Abos in Rechnung gestellt. Sollte dies dennoch der Fall sein, sollten sich diese an die kostenlose Vodafone Kundenhotline wenden.

Die Telefonica-Pressestelle bittet noch um etwas Geduld. Wir werden die Stellungnahme – sobald vorhanden – hier ebenfalls veröffentlichen.

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