Montag, den 23.07.18 13:30

aus der Kategorie: DSL & Internet

Altgeräte-Rücknahme: Apple, Cyberport, Saturn und Co. lassen Verbraucher stehen

Altgeräte-Rücknahme – Obwohl seit gut zwei Jahren eine eindeutige gesetzliche Regelung gilt, nach der Verbraucher ausgediente Elektrogeräte und Energiesparlampen kostenfrei beim Händler zurückgeben können, machen es viele Unternehmen ihren Kunden schwer. Vor allem namhafte Verkäufer wie Apple, Cyberport und Saturn halten sich nicht oder nur bedingt an die Vorgaben.

Altgeräte-Rücknahme im Handel

Seit Sommer 2016 müssen On- und Offline-Händler mit mehr als 400 Quadratmetern Verkaufs- bzw. Versand- und Lagerfläche ausgediente Elektrogeräte kostenfrei zurücknehmen. Bei Geräten bis 25 Zentimeter Größe muss dabei kein Neukauf erfolgen. Bei größeren Geräten müssen die Händler die Rücknahme bei einem Neukauf kostenfrei anbieten. Einen Kassenzettel der alten Geräte benötigen Verbraucher nicht.

Obwohl die Neuregelung das Recycling verbessern und dem Umweltschutz dienen soll, haben es Verbraucher laut einer Studie der Deutschen Umwelthilfe DUH noch immer schwer, ihr Recht zu erhalten und durchzusetzen – auch im Handel vor Ort. Mehr als die Hälfte der untersuchten Offline-Händler verstößt noch immer gegen das Gesetz.

Rückgabe nur schwer möglich

„Viele Verbraucher wissen bis heute nicht, unter welchen Voraussetzungen und bei welchen Händlern sie ausgediente Elektroaltgeräte abgeben können. Noch immer hält sich fast die Hälfte der Händler nicht an die gesetzlichen Informationspflichten und ungeschulte Mitarbeiter erschweren die Rückgabe alter Elektrogeräte, anstatt Verbraucher dabei zu unterstützen. Dieser Zustand ist völlig inakzeptabel. Der Boykott des Handels zur Rücknahme von Elektrogeräten ist mitverantwortlich für die Nichterreichung gesetzlicher Sammelquoten. Stattdessen landen wert- und schadstoffhaltige Elektrogeräte im Restmüll, in der Umwelt oder sie werden im schlimmsten Fall ins Ausland exportiert“, erklärt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

In den untersuchten Filialen von Hagebau, Kaufland, Möbel Höffner, Poco, Sconto und Toys „R“ Us fanden die Tester keine schriftlichten Informationen zur Rücknahmepraxis. Schlimmer noch: Bei Roller Möbel und Saturn wussten die Mitarbeiter nicht, dass auch Energiesparlampen und das Gesetz fallen und verwiesen auf eine Entsorgung im Hausmüll. Ganze 16 Händler verweigerten die Annahme von ausgedienten Elektro-Geräten ganz oder machten diese erst nach mehrmaliger Nachfrage möglich.

Apple, Saturn und Co. in der Kritik

Roller Möbel, Holz Possling und SB Möbel Boss gaben im Test an, dass eine Rücknahme generell nur dann stattfinden könne, wenn gleichzeitig ein Neugerät erworben wird – laut Gesetz gilt das jedoch erst für Elektro-Geräte von mehr als 25 Zentimetern. Großgeräte wollten acht Unternehmen gar nicht erst annehmen – auch nicht bei einem gleichzeitigen Neukauf. Bei Karstadt, SB Möbel Boss, Sconto und Euronics XXL sollten Verbraucher bei der Lieferung eines neuen Geräts unzulässigerweise Transport- oder Entsorgungskosten für die Mitnahme des Altgeräts entrichten.

Auch bei der Annahme von Energiesparlampen und LEDs, die aufgrund enthaltener Schadstoffe im Gesetz inkludiert sind, gab es oft falsche Auskünfte. Die Filialen von Apple, Cyberport, Roller Möbel, Spiele Max, Toys „R“ Us und Sconto und weitere – insgesamt ein Drittel der Unternehmen – verweigerten die Annahme der Lampen komplett.

Deutsche Umwelthilfe e.V.

Ikea, Bauhaus, Toom, Real, Globus und Co. vorbildlich

Positiv fielen im Test die Filialen von toom und Obi auf. Hier wussten nicht nur die Mitarbeiter bestens Bescheid, die Unternehmen nahmen Elektro-Schrott auch ordnungsgemäß an und stellten alle Informationen bereit. Bei Bauhaus, Ikea, Möbel Höffner, Conrad, Globus, Real, Medimax, Toom und Hornbach verwies man sogar separat auf die Rücknahme von alten Energiesparlampen und LED-Lampen.

„Das Missachten gesetzlicher Pflichten wird durch das völlige Fehlen behördlicher Kontrollen salonfähig gemacht. Die für den Vollzug verantwortlichen Bundesländer und unteren Behörden müssen Umweltgesetze endlich ernst nehmen und Verstöße bestrafen, sonst nimmt sie keiner mehr ernst. Solange die für die Kontrolle des Elektrogesetzes zuständigen Landesbehörden untätig bleiben, wird die DUH die Einhaltung notfalls auf dem Rechtsweg durchsetzen“, meint Jürgen Resch.

Verbraucher, die ihre ausgedienten Geräte entsorgen lassen möchten, sollten sich von den Unternehmen nicht abwimmeln lassen und auf ihr Recht bestehen. Neben den Unternehmen selbst nehmen auch viele Wertstoffhöfe im Stadtgebiet Elektro-Schrott an und führen ihn dem Recycling zu. Nicht mehr benötigte Elektro-Geräte sowie Energiespar- und LED-Lampen sollten niemals im Hausmüll entsorgt werden. Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Homepage der DUH.

Bild: Deutsche Umwelthilfe DUH & Hermes Rivera 


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