Dienstag, den 28.08.18 12:05

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Bundeskartellamt fokussiert viertes Netz in Deutschland

Viertes Netz in Deutschland – Seit der Übernahme von E-Plus durch Telefónica wird der deutsche Mobilfunkmarkt von drei Netzbetreibern bestimmt. Das Bundeskartellamt macht sich nun für ein viertes deutsches Netz stark, um den Wettbewerb anzukurbeln und die Marktmacht der etablierte Netzbetreiber zu schmälern.

Viertes Netz in Deutschland

Derzeit wird der deutsche Mobilfunkmarkt von den Netzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefónica beherrscht. Allerdings ist das erst seit Ende 2014 so. Im Herbst 2014 hatte Telefónica den damals vierten Netzbetreiber E-Plus übernommen und in den nachfolgenden Monaten nach und nach in das eigene Netz integriert. Seitdem gibt es in Deutschland drei statt vier Netzbetreiber. Die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt hatten den Übernahme-Deal damals abgesegnet und nur geringfügige Bedingungen gestellt.

Nun scheinen dem Kartellamt die drei verbliebenen Netzbetreiber jedoch zu wenig Wettbewerb zu generieren. Offenbar konzentrieren die Telekom, Vodafone und Telefónica zu viel Marktmacht. Das wirke sich negativ auf die Preise und Angebote des deutschen Mobilfunkmarkts aus, heißt es. Die Rufe nach einem vierten Netzbetreiber werden wieder lauter. „Wir wären nicht gut beraten, mit einer Situation in die Zukunft zu gehen, in der es nur drei große Netzbetreiber gibt“, wird Andreas Mundt, Präsident des Kartellamts, von Welt zitiert.

Netzbetreiber sperren sich gegen weitere Konkurrenz

In den Augen des Wettbewerbshüters müsse die Möglichkeit für einen vierten Anbieter offen bleiben. Um diesem den Einstieg zu erleichtern, fordern er das sogenannte National Roaming. Dabei gewähren die etablierten Anbieter einem Konkurrenten Zugang zum eigenen Netz und erlauben diesem, seine Dienste über ihre Infrastrukturen bereitzustellen. Die Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica sind davon allerdings nicht allzu begeistern und fürchten, dass ein vierter Netzbetreiber die teuer aufgebauten eigenen Strukturen ausnutzen könnten.

Das Bundeskartellamt wiederum sieht in der Verweigerung den Versuch, die eigene Marktmacht zu schützen und weiteren Anbietern den Zugang zu erschweren. Diese würden ohne entsprechende Starthilfe vor den Kosten und dem Aufwand, die beim Aufbau eines eigenen Netzes zwangsläufig anfallen, zurückschrecken. „Der Markt muss für Newcomer offen bleiben. Eine vierte Kraft wäre wünschenswert“, erklärte Andreas Mundt gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Streitthema Viertes Netz

Interessenten für ein viertes Netz gibt es bereit. United-Internet-Gründer Ralph Dommermuth hatte bereits vor Wochen Interesse am Einstieg als vierter Netzbetreiber gezeigt, allerdings auch Bedingungen gestellt. Unter anderem den Zugang zu den etablierten Netzen Telekom, Vodafone und o2, um die Anfangszeit und Aufbauphase zu überbrücken und wettbewerbsfähig zu sein. United Internet vereint unter anderem die Marken 1&1,WEB.DE und GMX sowie Drillisch und dessen Untermarken.

Die Regeln für die anstehende 5G-Versteigerung Anfang 2019 legt jedoch nicht das Bundeskartellamt, sondern die Bundesnetzagentur fest. Und die verfolgt bislang keine Pläne, die eine Verpflichtung der Netzbetreiber zum National Roaming mit Neueinsteigern vorsehen. Die genauen Bedingungen für die Aktion werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben. Ob mit ihnen ein vierter Netzbetreiber möglich wird, bleibt abzuwarten.


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