Dienstag, den 07.06.11 08:12

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o2 Reiseoption: Ärger mit Bestandskunden wegen Umstellung

Mobilfunk-Talk.de berichtete vor einigen Tagen über die neue Reiseoption von o2 in der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Dabei wurde auch erwähnt, dass Bestandskunden automatisch in die neue Reiseoption umgestellt werden. Allerdings ist die neue Reiseoption für Bestandskunden nicht in jedem Falle günstiger.

o2 Reiseoption sorgt für Ärger

Die neue Reiseoption ist nur bei längeren, abgehenden Gesprächen günstiger. Außerdem sind eingehende Gespräche, die nicht zulange dauern, ebenfalls günstiger als der EU-Standardtarif. Bei kurzen Gesprächen sowie bei sehr langen, eingehenden Gesprächen (Passivroaming) fährt man mit dem EU-Standardtarif günstiger.

So liegt die Amortisierungsgrenze der Reiseoption für abgehende Gespräche bei 4 Minuten und 42 Sekunden, ab dem 1. Juli 2011 sogar erst bei 6 Minuten und 50 Sekunden. Beim Passivroaming müssen die Gespräche ebenfalls länger dauern, ehe sich die Reiseoption lohnt. Diese Gesprächsdauer liegt bei 4 Minuten und 25 Sekunden und ab dem 1. Juli 2011 bei 5 Minuten und 47 Sekunden. Dauert das Gespräch länger als eine Stunde, so erfolgt wieder die Rolle rückwärts, weil bei der Reiseoption 20 Cent pro Minute fällig werden, 3 bzw. 7 Cent teurer als der EU-Standardtarif. Damit ist die Reiseoption beim Passivroaming ab einem Gespräch über 6 Stunden und 15 Minuten (ab dem 1. Juli 2011 2 Stunden und 40 Minuten) wieder teurer als der EU-Standardtarif.

Zudem sollte man insbesondere bei abgehenden Gesprächen den Abrechnungstakt nicht verachten. Er liegt im EU-Standardtarif bei Gesprächen über 30 Sekunden im Sekundentakt. Beim Passivroaming wird sofort sekundengenau abgerechnet. Bei der o2 Reiseoption wird dagegen im Minutentakt abgerechnet.

Da erfahrungsgemäß die meisten Gespräche in den Mobilfunknetzen unter einer Minute dauern, ist die neue o2 Reiseoption für die meisten Kunden, vor allem wegen der extrem hohen Amortisierungshürden, eine Mogelpackung.

o2-Kunden sind verärgert

Die Praxis von o2, Bestandskunden automatisch umzustellen und diese darüber noch nicht einmal zu informieren, führt zu massivem Ärger bei den Bestandskunden, die sich teilweise im Support-Forum bereits Luft gemacht haben. Dieser Ärger besteht zu Recht, denn o2 ändert einseitig bestehende Verträge, die zu Ungunsten des Kunden ausfallen können.

Das ist zwar prinzipiell möglich, allerdings unterliegt eine solche, von o2 betriebene Änderung, der Informationspflicht des Kunden. Gegen diese Änderung hat der Bestandskunde außerdem ein Widerspruchsrecht. o2 informiert aber seine Kunden über die Kosten lediglich und eher nach dem Zufallsprinzip per SMS, wenn das Handy sich im Ausland das erste Mal einbucht. Ist der Kunde zum Zeitpunkt der Umstellung schon im Ausland, erfolgen überhaupt keine Infos über die Umstellung.

Kommentar: o2 ramponiert sein Image

o2 hat sich mit der Zwangsumstellung der Bestandskunden auf die neue Reiseoption ohne entsprechende Information sicherlich einen Bärendienst gemacht, der ohne Not auch zu juristischen Auseinandersetzungen führen kann und die Aufsichtsbehörden in Deutschland und der EU auf den Plan ruft. Das ist aber nur das I-Tüpfelchen in einer Reihe von Verschlechterungen der Konditionen, die in den ersten Maitagen 2011 (kostenpflichtige Hotline, kein Tarifwechsel während der Laufzeit und Preiserhöhung für das iPhone 4) seine negativen Höhepunkte fand. Damit ramponiert o2 fahrlässing sein mühselig aufgebautes, positives Image durch die Einführung des o2 o.


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